Neue Regierung in Rom will Alitalia-Verkauf stoppen

18.05.2018 - 10:04 0 Kommentare

Wie geht es weiter mit der insolventen Alitalia? Politiker der nächsten Regierung wollen den Verkauf des einstigen Staatscarriers abbrechen. Lufthansa hätte somit das Nachsehen.

Maschine von Alitalia im Hangar. - © © Alitalia -

Maschine von Alitalia im Hangar. © Alitalia

Die wahrscheinlich in Italien gefundene Regierungskoalition aus Lega und 5-Sterne-Bewegung will den Verkauf der insolventen Alitalia abbrechen. Lega-Wirtschaftspolitiker Claudio Borghi sagte der Nachrichtenagentur "Reuters" auf die Frage, ob Alitalia nicht mehr verkauft werden solle: "Ja." Lega und die 5-Sterne-Bewegung wollen in der kommenden Woche den Koalitionsvertrag unterschreiben.

Italien brauche nach den Worten Borghis eine wettbewerbsfähige nationale Fluggesellschaft. Dafür brauche es bei Alitalia einen "Neustart". Allerdings sieht keines der bislang eingereichten Konzepte eine "nationale Lösung" vor.

Bislang drei Angebote für Alitalia

Bislang ist Lufthansa als wohl aussichtsreichste Kandidatin im Bieterrennen gehandelt worden. Jedoch will der Kranich-Konzern lediglich eine umstrukturierte "neue Alitalia" übernehmen - inklusive massivem Arbeitsplatzabbau.

So will Lufthansa lediglich den Flugbetrieb von Alitalia übernehmen und den Flughafen Rom-Fiumicino nach Frankfurt, München, Wien sowie Zürich zum fünften Kranich-Hub ausbauen. Somit sollen 2000 der rund 8000 Alitalia-Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Dies rief massive Kritik von italienischen Gewerkschaften hervor.

Weitere Interessenten sollen ein Bieterkonsortium um Easyjet sein und auch dem osteuropäischen Low-Cost-Carrier Wizz Air wird Interesse nachgesagt.

© AirTeamImages, Jesus Moreno Lesen Sie auch: Drei Angebote für Alitalia

Eigentlich sollte der Verkauf der Alitalia Ende April abgeschlossen sein, das Parlament in Rom verlängerte kürzlich jedoch die Frist bis Ende Oktober. Alitalia wird aktuell mit einem staatlichen Kredit in der Luft gehalten, der immer wieder aufgestockt wird. Die EU-Kommission prüft diesen inzwischen, da es sich um unerlaubte staatliche Beihilfe handeln könnte - denn die Kredite von Regierungen an Unternehmen unterliegen strengen Richtlinien.

Erstes Quartal: Verlust halbiert

Alitalia scheint langsam aus den roten Zahlen herauszukommen. Wie mehrere Medien die staatlichen Sonderverwalter zitieren, hat die Airline im ersten Quartal den Umsatz leicht auf fast 600 Millionen Euro gesteigert. Gleichzeitig soll sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahresquartal auf rund 120 Millionen Euro nahezu halbiert haben.

Alitalia fliegt seit Jahren Verluste ein und sitzt auf einem Schuldenberg von über drei Milliarden Euro. Die Mitarbeiter stimmten im Frühjahr vergangenen Jahres gegen einen Sparplan, der ihre Gehälter um bis zu 30 Prozent geschröpft hätte. Anschließend wurde der Carrier unter staatliche Sonderverwaltung gestellt, was im deutschen Recht mit der Insolvenzverwaltung vergleichbar ist.

Von: cs
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