Dekret der Regierung

Neue Privatisierungsregeln für Alitalia

30.05.2008 - 20:04 0 Kommentare

Die italienische Regierung hat am Freitag ein Dekret mit neuen Privatisierungsregeln für die marode Fluggesellschaft Alitalia verabschiedet. Demnach verpflichtet sich die Mitte-Rechts-Regierung von Silvio Berlusconi, neue Käufer für den 49,9-prozentigen staatlichen Anteil an der Gesellschaft zu finden. Den Verkauf werde die norditalienische Bank Intesa Sanpaolo begleiten, erklärte Wirtschaftsminister Giulio Tremonti in Rom.

Die Regierung wolle so schnell wie möglich einen Käufer finden, der über «die Mittel für einen starken und glaubwürdigen Sanierungsplan» verfüge. Das Dekret entspreche den Richtlinien der EU, sagte er.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Regierung der EU-Kommission in Brüssel fristgerecht Informationen zu Alitalia und einem im April gewährten Überbrückungskredit in Höhe von 300 Millionen Euro zugesandt hat. Diese Informationen hatte Brüssel am 24. April angefordert, weil Zweifel daran bestanden, dass die Hilfen EU-konform sind. Die Kommission werde die Antwort nun prüfen, hieß es. Italienischen Medienangaben zufolge soll der Überbrückungskredit der krisengeschüttelten Fluglinie noch zwölf Monate Lebenszeit sichern.

Alle bisherigen Privatisierungsversuche für die Airline waren fehlgeschlagen. Im April hatte die französisch-niederländische Gruppe Air France-KLM ihr Übernahmeangebot für Alitalia zurückgezogen. Zuvor waren bereits die zweitgrößte italienische Airline Air One und die russische Aeroflot aus einem anderen Bieterverfahren ausgestiegen.

Von: dpa
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