Neue Lärmentgelte in Stuttgart sollen laute Flugzeuge fern halten

27.11.2013 - 08:00 0 Kommentare

Der Flughafen Stuttgart hat seine Gebühren überarbeitet. Ab kommendem Jahr soll der Einsatz lauter Flugeuge teurer werden. Dann staffeln sich die Lärmentgelte in feineren Stufen und auch für Schadstoffe gibt es Zuschläge.

Blick auf Vorfeld und Terminal des Flughafens Stuttgart - © © Flughafen Stuttgart -

Blick auf Vorfeld und Terminal des Flughafens Stuttgart © Flughafen Stuttgart

Mit einer neuen Entgeltordnung will der Stuttgarter Flughafen Anreize für den Einsatz leiserer Flugzeuge geben. Wie das Baden-Württembergische Verkehrsministerium am Dienstag mitteilte, wurde nun eine Gebührenregelung nach Lärmklassen genehmigt. Die Spreizung der lärmabhängigen Start- und Landeentgelte sieht demnach zukünftig zwölf Lärmklassen vor. Für Flugzeuge der lautesten Kategorie muss künftig 56 Mal mehr gezahlt werden als für Flugzeuge der leisesten Kategorie.

Die Kategorien staffeln sich in den neuen Lärmentgeltregelung in rund 1,5 dB(A)-Schallpegelschritten von unter 76,9 Dezibel in Kategorie eins bis über 93 Dezibel in der Lärmkategorie zwölf. Bislang gibt es sechs Lärmkategorien von unter 70,9 bis über 83 Dezibel in der Gebührenordnung des Flughafens.

Die lärmbezogenen Entgelte für eine relativ laute MD-81 erhöhen sich damit beispielsweise von jetzt 108 Euro in der Kategorie drei auf neu 500 Euro in der Kategorie neun. Erstmals sind zudem Gebühren für den Ausstoß von Stickoxiden (NOx) vorgesehen. Für einen Airbus A319 erhöhen sich die Lärmgebühren übrigens ebenfalls: Statt 69 Euro wie zuvor fallen nun 120 Euro plus 30 Euro NOx-Entgelt an. Dafür wurden aber die gewichtabhängigen Landegebühren gesenkt, sodass moderne Flugzeuge wie der A319 in Stuttgart insgesamt nur geringfügig höhere Gebühren zahlen werden.

Bereits seit 2002 berechnet der Flughafen Stuttgart seine Entgelte nicht mehr anhand von Lärmzulassungswerten der Flugzeuge, sondern bildet Lärmklassen auf Basis am Flughafen selbst gemessener, durchschnittlicher Überflugpegel. Neu werden nun auch Flugzeuge zwischen zehn und 35 Tonnen maximales Startgewicht mit einbezogen. Diese wurden bislang automatisch der leisesten Kategorie zugeschlagen – unabhängig von dem tatsächlich ausgelösten Lärm.

Die Flughafen GmbH, die zu 60 Prozent dem Land und zu 40 Prozent der Stadt Stuttgart gehört, hatte die ab Januar 2014 gültige Entgeltordnung dem Ministerium als zuständiger Aufsichtsbehörde vorgelegt. Zuletzt wurde die Entgeltordnung für Stuttgart im Jahr 2006 geändert.

Von: airliners.de mit dpa
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