Neue Idee für Bahnverbindung zum BER

10.11.2015 - 11:31 0 Kommentare

Seit Jahren schwelt um die Schienenanbindung des BER ein Streit - Ende ungewiss. Nun gibt es einen neuen Vorschlag, der jedoch auf wenig Begeisterung stößt.

Bauarbeiter stehen auf der Berliner S-Bahnstrecke zwischen Marienfelde und Lichtenrade. - © © dpa - Sebastian Kahnert

Bauarbeiter stehen auf der Berliner S-Bahnstrecke zwischen Marienfelde und Lichtenrade. © dpa /Sebastian Kahnert

Mit einem einfachen Vorschlag wollen Studenten der TU Berlin Bewegung in das zähe Ringen um eine bessere Schienenanbindung des neuen Hauptstadtflughafens bringen. Sie schlagen eine vier Kilometer lange Abzweigung der S2 südlich von Lichtenrade zum unterirdischen Flughafenbahnhof vor. Mit dem neuen S-Bahn-Abschnitt wäre der BER vom zentralen Berliner Bahnhof Friedrichstraße aus in etwa 33 Minuten erreichbar, sagen die Studenten Pierre Daniel Bertholdt, Thomas Taubert und Felix Thoma.

Das wären 15 Minuten weniger als auf der östlichen Route über das Ostkreuz, aber 13 Minuten mehr als über die umkämpfte geplante Dresdner Bahn. Um die geplante neue Regional- und Fernzugstrecke durch Lichtenrade im Berliner Süden wird seit Jahren gestritten. Die Baukosten für ihren Vorschlag beziffern die Studenten auf 50 bis 100 Millionen Euro.

Brandenburg reagiert zurückhaltend

Die S-Bahn wollte sich dazu nicht äußern, Brandenburg schloss die vorgeschlagene Variante zunächst nicht aus, reagierte aber zurückhaltend. Eine Nachfrageuntersuchung im nächsten Jahr solle ergeben, wo S-Bahn-Strecken verlängert werden sollen, hieß es im Infrastrukturministerium. Seit Jahren gibt es solche Wünsche etwa aus Falkensee und Stahnsdorf (beide liegen am Berliner Stadtrand). Einen Nachteil im Vorschlag der Studenten machte Sprecher Steffen Streu aus: "Die S-Bahn kann kein Ersatz für den Fernverkehr sein."

Der zwölf Kilometer lange Bahnabschnitt durch Lichtenrade ist Teil der Dresdner Bahn, die Berlin schneller mit Dresden, Prag und Budapest verbinden soll. Dabei soll die Bahntrasse mit zwei zusätzlichen Gleisen für den Fern- und Regionalverkehr erweitert werden. Die Lichtenrader wehren sich gegen die von der Bahn geplante ebenerdige Strecke und fordern wie der Senat einen Tunnel.

© dpa, Lesen Sie auch: BER-Bahnstrecke durch Berliner Süden wird ohne Tunnel ausgebaut

Als vollwertige Alternative sei die S-Bahn auch nicht gedacht, heben die Studenten hervor. Man wolle die verfahrene Debatte bereichern. "Mit einer S-Bahn-Westanbindung des Flughafens wäre die Einrichtung des Airport-Express und damit auch die Realisierung der Ferngleise entlang der Dresdner Bahn weniger vordringlich, so dass dieses Vorhaben zurückgestellt werden könnte und frei werdende Mittel in schneller umsetzbare Projekte investiert werden könnten."

Der Airport-Express war ein bedeutendes Element in der frühen BER-Planungsphase und soll den Berliner Hauptbahnhof viermal pro Stunde direkt mit dem Flughafen verbinden. Aber auch bei diesen Plänen gibt es Klärungsbedarf.

Von: ch, dpa
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