Neue Gewerkschaft will für Lufthansa-Bodenpersonal verhandeln

25.09.2015 - 13:15 0 Kommentare

Eine neue Gewerkschaft tritt bei der Lufthansa an: Es handelt sich dabei um die Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL). Die Dachorganisation will zunächst für das Bodenpersonal der Airline verhandeln. Bisher macht das Verdi.

Lufthansa-Fahnen wehen vor einem Terminal des Flughafens Frankfurt. - © © dpa - Arne Dedert

Lufthansa-Fahnen wehen vor einem Terminal des Flughafens Frankfurt. © dpa /Arne Dedert

Bei der Lufthansa tritt eine neue Gewerkschaft an, die zunächst vor allem Verdi Konkurrenz machen will. Vor wenigen Tagen habe das Registergericht die Gründung der Industriegewerkschaft Luftverkehr (IGL) bestätigt, erklärte der Chef der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (Ufo), Nicoley Baublies, jetzt in Frankfurt. Es handele sich um eine Dachorganisation, der neben Ufo weitere, bislang noch nicht tariffähige Gewerkschaften aus dem Luftverkehrsbereich beigetreten seien.

Als ersten Schritt will die IGL die Lufthansa zu Tarifverhandlungen für alle Berufsgruppen außerhalb des reinen Flugbetriebs auffordern. Das rund 33.000 Köpfe zählende Bodenpersonal in den Technikeinheiten, den Großküchen oder an den Bodenstationen wird bislang von der DGB-Gewerkschaft Verdi tariflich vertreten. In den vergangenen Jahren haben sich kleinere Gruppen wie die Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr (AGiL) und die Technikgewerkschaft Luftfahrt (TGL) gegründet, die ebenfalls der IGL beigetreten sind.

Verdi bleibt gelassen

Bei konkurrierenden Gewerkschaften innerhalb eines Betriebs könnte erstmals das neue Gesetz zur Tarifeinheit angewendet werden. Danach könnte nur die mitgliederstärkere Gewerkschaft einen Tarifvertrag verhandeln. "Wenn tatsächlich gezählt werden sollte, haben wir gute Karten", erklärte Baublies.

Dem widerspricht Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle: "An dieser Stelle bin ich extrem gelassen. Verdi ist die mit Abstand größte Gewerkschaft bei der Lufthansa am Boden." Für eine Zusammenarbeit mit dem "nicht tariffähigen Konstrukt" IGL bestehe für Verdi kein Anlass. Für die rund 19.000 Flugbegleiter will die Ufo selbst weiterverhandeln.

© dpa, Arne Dedert Hintergrund: Lufthansa könnte zum ersten Testfall für Tarifeinheit werden

Die Lufthansa verhandelt derzeit mit mehreren Gewerkschaften für unterschiedliche Beschäftigungsgruppen. Ein Knackpunkt ist in allen Verhandlungen die betriebliche Altersvorsorge. Die Flugbegleiter verzichteten bisher auf Streiks. Die Piloten hatten kürzlich ihre 13. Streikwelle gestartet - die Arbeitskämpfe wurden jedoch juristisch gestoppt.

Von: ch, dpa-AFX
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