Arabische Lowcost-Airline

Neue «FlyDubai» startet in der Krise

06.04.2009 - 18:30 0 Kommentare

Das arabische Emirat Dubai startet in wenigen Wochen seine erste Lowcost Airline. Die Airline mit dem Namen "FlyDubai" startet dabei in turbulenten Zeiten. Auch in der Golfregion scheinen die Zeiten ungebremsten Wachstums vorbei zu sein.

FlyDubai soll ab Anfang Juni von Dubai aus die libanesische Hauptstadt Beirut und die jordanische Hauptstadt Amman anfliegen, wie Unternehmenschef Scheich Ahmed bin Said el Maktum am Montag ankündigte.

Geplant ist, Flüge bis maximal 4,5 Stunden Länge anzubieten. Damit tritt die neue Airline in einen Wettbewerb mit den bestehenden Lowcost Carriern der Region wie Air Arabia, Sharjah und Jazeera Airways, letztere betreibt zur Zeit ein Drehkreuz in Dubai.

Das Emirat hatte die Gründung des neues Unternehmens grundsätzlich bereits im März 2008 angekündigt. Im Juni gab die Airline in Farnborough eine Bestellung von bis zu 54 Boeing 737-800 bekannt. Die neue Lowcost Airline wurde in der Aufbauphase von der ebenfalls staatlichen Emirates Airline unterstützt, operiert nun aber selbständig und gehört nicht zur Emirates Group.

Mit einer neuen und möglicherweise großen Billigairline in Dubai würde das Emirat auch seine Position im Wettbewerb mit dem benachbarten Doha und Abu Dhabi weiter ausbauen.

Das über viele Jahre boomende Emirat wurde allerdings zuletzt von der weltweiten Finanzkrise hart getroffen. Nun brachen in der von Wachstumsmeldungen verwöhnten Region auch die Passagierzahlen ein. So meldete die Internationale Luftfahrtvereinigung IATA für Februar weltweit ein Minus von 10,1 Prozent bei den Passagierzahlen. Die Fluggesellschaften des Mittleren Ostens meldeten zwar noch ein Plus von 0,4 Prozent bei den internationalen Passagierzahlen, zugleich erhöhten sich jedoch die Kapazitäten um 7,3 Prozent. Dieses Missverhältnis bekommt auch die staatliche Emirates Airline zu spüren.

Emirates ist nun die erste Fluggesellschaft im Nahen Osten, die angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise die Personalkosten durch unbezahlten Urlaub senken will. Darüber hinaus zeichnen sich weitere Kapazitätenoptimierungen bei der Airline ab: Bereits Mitte März hatte Emirates angekündigt, die Route Dubai-New York ab Juni aufgrund der sinkenden Nachfrage nicht mehr mit dem A380 anzufliegen. Stattdessen soll auf dieser Verbindung eine Boeing 777-300ER eingesetzt werden, was eine Kapazitätsreduzierung um 132 Sitze bedeutet. Zudem war Mitte März bekannt geworden, dass Emirates offenbar mit Airbus verhandelt, um die Auslieferung einiger A380 hinauszuzögern. Noch im Februar hatte die Airline erklärt, ihre Kapazitäten deutlich erhöhen zu wollen.

Von: AFP, airliners.de
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