Neue Entgeltordnung in Stuttgart soll umweltschonendes Fliegen fördern

10.05.2019 - 11:33 0 Kommentare

Die neue Entgeltordnung am Flughafen Stuttgart belohnt Flugzeuge mit hoher Auslastung und befreit Elektroflugzeuge sogar komplett von Gebühren. Flüge nach 22 Uhr werden dagegen deutlich teurer.

Stars und Landungen bei Nacht am Flughafen Stuttgart - © © Flughafen Stuttgart -

Stars und Landungen bei Nacht am Flughafen Stuttgart © Flughafen Stuttgart

Am Flughafen Stuttgart gilt ab dem 1. Juli eine neue Gebührenordnung, mit der der Einsatz leiserer und spritsparender Flugzeuge gefördert werden soll. Dabei steigt laut dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg die Gesamtlast der Gebühren nicht. Die Entgeltordnung werde strukturell jedoch wesentlich umgebaut, sodass umweltschädliche und laute Flüge teurer werden, weniger schädliche und leisere Flüge werden hingegen günstiger.

Nach Angaben des ministeriums werden Flugbewegungen nach 22 Uhr zugleich doppelt und nach 23 Uhr dreimal so teuer wie bisher. Zwischen Mitternacht und sechs Uhr sind künftig sogar 300 Prozent Aufpreis fällig. Flugzeuge mit elektrischen Antrieben können dagegen ein Jahr lang gratis in Stuttgart landen. Wenn Flugzeuge auf Jahressicht zu mehr als 85 Prozent ausgelastet sind, soll es ebenfalls billiger werden.

Für alte Flugzeuge wird es teuer

Für sehr alte Flugzeuge werden Landungen in Stuttgart durch die stärkere Spreizung der Basis-Lärmentgelte wesentlich teuerer. Laut Landesverkehrsministerium würden für einen Start und eine Landung einer DC-10 künftig 4000 Euro statt wie bisher 900 Euro fällig. In der höchsten Lärmklasse zwölf, in die unter anderem ältere Maschinen vom Typ Boeing 747 fallen, sind künftig sogar 8000 Euro statt 1400 Euro zu zahlen. Der Alltag der Anwohner dürfte dadurch jedoch kaum beeinflusst werden, weil diese Flugzeuge in Europa mittlerweile sehr selten sind.

Viele Passagiere = Rabatt

Auch Rabatte für Airlines, die besonders viele Passagiere von und nach Stuttgart befördern, wurden mit in die neue Entgeltordnung aufgenommen. Die branchenüblichen Nachlässe wurden bisher in Einzelverträgen geregelt und waren deshalb in die Kritik geraten. Es ging dabei um Zuschüsse zum Beispiel für Marketing, die der Flughafen an Airlines zahlt, wenn sie neue Verbindungen anbieten oder bestehende erweitern.

In Stuttgart gibt es aktuell eine politische Diskussion, die den Erfolg des Flughafens in Frage stellt. So hatte sich Winfried Hermann, der grüne Verkehrsminister in Baden-Württemberg, in seiner Funktion als Aufsichtsrat am Flughafen zuletzt öffentlich für eine Einmischung des Flughafens in die Preisgestaltung der größten Airline-Kunden am Platz ausgesprochen.

© Flughafen Stuttgart, Lesen Sie auch: Aufsichtsrat-Chef will keine Billigangebote am Flughafen Stuttgart

Von: hr mit dpa
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