Neos: Airbus kämpft nun mit der Auslieferung

24.10.2018 - 14:58 0 Kommentare

Airbus muss erneut die Auslieferung einiger A321-Maschinen verschieben. Grund dafür sind wohl nicht mehr Fehler bei den Triebwerken, sondern Probleme bei der Verkabelung einer bestimmten Variante.

Eine fabrikneue A321neo von Airbus. - © © AirTeamImages.com - MATT7X

Eine fabrikneue A321neo von Airbus. © AirTeamImages.com /MATT7X

Airbus hat weiter Schwierigkeiten ihre A320-Familie pünktlich auszuliefern. So berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters", dass der europäische Flugzeughersteller einräumte, die Auslieferung einiger Maschinen verschieben zu müssen. Grund seien zwar weiterhin auch die Nachwirkungen der Triebwerksproblematik, nun aber insbesondere die aufwendige Verkabelung der Kabinen bei der A321 Neo.

Airbus teilte dazu mit, dass die "Kombination aus den Verzögerungen durch die bekannte Triebwerksproblematik und dem ambitionierten Produktionshochlauf" der A320-Familie zu Änderungen im Auslieferungsplan geführt habe. "Das betrifft auch einige A321 Neo mit neu angepassten kundenspezifischen Kabinenkonfigurationen", so der Hersteller weiter.

Es soll sich dabei im speziellen um die A321 Neo in der Cabin-Flex-Variante (ACF) handeln. Dank Veränderungen am Rumpf ermöglicht die ACF-Variante flexiblere Kabinenkonfigurationen für eine Maximalbestuhlung für 240 Passagiere. Dafür wurde eine Kabinentür entfernt und durch einen zusätzlichen Notausgang ersetzt. Durch die Anpassungen ist die Verkabelung der Kabine komplexer.

In Hamburg zeigt sich der Auslieferungsstau

Besonders deutlich zeige sich der Auslieferungsstau im Hamburger Airbus-Werk, berichtet "Reuters" weiter. Airbus baut in Finkenwerder in vier Endmontagelinien die A320-Familie zusammen. Neben Finkenwerder betreibt Airbus auch noch in Toulouse (Frankreich), Tianjin (China) und Mobile (USA) Endmontagelinen für die A320-Reihe.

Gegenwärtig stellt Airbus jeden Monat weltweit rund 50 Flugzeuge der Mittelstrecken-Reihe fertig. Im nächsten Jahr sollen es monatlich 60 Maschinen sein. Das Management hat sogar schon Produktionszahlen von 70 Flugzeugen monatlich und darüber ins Visier genommen.

Allerdings sei dieser Wert laut Airbus nur machbar, wenn die Infrastruktur mit der Nachfrage mithalten kann. In den vergangenen Monaten kam es gerade bei der Zulieferung der Neo-Triebwerke zu massiven Problemen. Dem erklärten Produktionsziel von 800 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen pro Jahr käme man derzeit nur noch nahe, wenn man in den verbleibenden drei Monaten des Jahres jeweils 76 Maschinen fertigstellen würde, heißt es.

Triebwerkshersteller liefern zeitnah

Jedoch gibt es wohl auch positive Nachrichten für Airbus: Laut "Reuters" hätten sich die Triebwerksprobleme, mit denen Airbus die erste Jahreshälfte über zu kämpfen hatte, mittlerweile verkleinert. Sowohl Hersteller Pratt & Whitney als auch CFM würden schneller liefern können - zu den Hintergründen ist nichts bekannt. Noch im Juni mussten über 100 Flugzeuge zwischengeparkt werden, weil Triebwerke fehlten.

Von: br
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