Negativ-Rekord für Zahl der Nachtflüge in Hamburg

15.01.2019 - 17:38 0 Kommentare

Verstöße gegen das Nachtflugverbot am Hamburger Flughafen sind ein Reizthema. Kaum wird ein neuer Negativ-Rekord bekannt, bringen sich Umweltsenator, Flughafen und der BUND wieder in Position.

Nachts am Hamburger Flughafen. - © © AirTeamImages.com - HAMFive

Nachts am Hamburger Flughafen. © AirTeamImages.com /HAMFive

Die Zahl der verspätet ankommenden Flüge nach 23 Uhr am Hamburger Flughafen hat 2018 den Vorjahresrekord gebrochen. Sie stieg von 1038 Fällen (2017) auf 1174 im vergangenen Jahr, wie die Umweltbehörde berichtete. Am Flughafen gilt ein Nachtflugverbot zwischen 23 und sechs Uhr, nur bei "nachweislich unvermeidbaren Verspätungen" dürfen einzelne Flüge bis Mitternacht abgewickelt werden.

"Die Entwicklung bei den Nachtflügen ist nicht hinnehmbar", so Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne). Das sei für die Anwohner mehr als ärgerlich. Er appelliere erneut an die Fluggesellschaften, die Umlaufzeiten der Flüge besser zu planen und ihren Beitrag zu leisten, "dass die Nachtruhe besser eingehalten wird".

BUND will Nachtflugverbot vorverlegen

Der Flughafen verwies darauf, dass die 1174 mal in Anspruch genommene Verspätungsregelung einen Anteil von 0,7 Prozent an der Gesamtzahl der Flüge (156.574) ausmachte. Während im ersten Halbjahr 2018 Streiks, ungünstige Wetterbedingungen und die Überfüllung des europäischen Luftraums zu einem Anstieg der Verspätungen geführt hätten, sei im zweiten Halbjahr bei den Starts und Landungen ein Rückgang in der Verspätungsstunde um fast ein Zehntel zu verzeichnen gewesen.

Angesichts des Höchststands forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) erneut ein Nachtflugverbot von 22 Uhr an. "Ob der x-te Punkteplan oder eine freiwillige Pünktlichkeitsoffensive - von den hehren Versprechungen und Plänen greift und funktioniert nichts." Die Bürgerschaft hatte im vergangenen September einen 21-Punkte-Plan beschlossen, mit dem die Schwelle für Ordnungswidrigkeitsverfahren gesenkt und eine Prüfgebühr für verspätete Flüge eingeführt werden sollte. "Wir führen die Gewinnabschöpfung fort", mahnte Kerstan.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Zahl der Spätlandungen in Frankfurt 2018 deutlich angestiegen

Bei der Umweltbehörde gingen den Angaben zufolge 2018 rund 167.000 Fluglärmbeschwerden ein (2017: 107.157), davon 42.000 namentlich. Letztere kamen zu knapp 30 Prozent aus Hamburg, der Rest aus dem Umland. 2311 Bürger äußerten ihren Unmut (2017: 1950). Die hohe Beschwerdezahl und deren Regelmäßigkeit lege den Verdacht nahe, dass es sich um automatisierte, Computer generierte Beschwerden handele, sagte eine Flughafen-Sprecherin. So etwas sei bereits vom Frankfurter Flughafen bekannt. "Dies trägt nicht zur Versachlichung der Diskussion bei."

Von: dpa, br
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