Luftverkehrskonzept soll bis Anfang 2016 ausgearbeitet werden

12.06.2015 - 15:28 0 Kommentare

Anfang kommenden Jahres soll das Luftverkehrskonzept für Deutschland stehen. Der Flughafenverband ADV hat jetzt davor gewarnt, ein "Abschottungsprogramm" daraus zu machen. Die Bundesregierung analysiert derweil zunächst den Markt.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. - © © Flughafenverband ADV -

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. © Flughafenverband ADV

Die deutschen Flughäfen haben ihre Kernthesen zur Ausgestaltung des Luftverkehrskonzepts der Bundesregierung bekräftigt. Auf dem Sommerfest des Flughafenverbandes ADV sagte dessen Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel gestern in Berlin, das Konzept dürfe kein "Abschottungsprogramm" werden.

Der Luftverkehrsstandort bräuchte auch die Fluggesellschaften aus dem EU-Ausland. Bilaterale Luftverkehrsabkommen müssten mit der Zielsetzung der Marktöffnung geführt werden. Abweichungen von dieser Grundhaltung seien nur in begründeten Ausnahmefällen hinnehmbar, so Beisel mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um die Landerechte der Golfcarrier in Deutschland.

Zudem warnte er vor möglichen "willkürlichen Eingriffen in die Betriebszeitenregelungen" und mahnte an, dass es auch in Zukunft möglich sein müsse, Flughäfen "bedarfsgerecht und wettbewerbskonform" weiterentwickeln zu können. Die Flughäfen hätten im Dialog mit den Anwohnern bereits an vielen Standorten ein klares Bekenntnis zum Lärmschutz und zur Beteiligung der Bürger abgegeben.

Luftverkehrskonzept soll Anfang 2016 stehen

Der Staatssekretär im Verkehrsministerium Michael Odenwald warnte derweil vor zu hohen Erwartungen auf allen Seiten. Es sei wichtig, die unterschiedlichen Ziele aller Beteiligten abzuwägen. Neben den Bundesministerien für Verkehr, Wirtschaft, Finanzen und Umwelt sowie den Bundesländern und Branchenvertretern sind auch Umwelt- und Lärmschutzinitiativen Teil des Verfahrens, mit dem das nationale Luftverkehrskonzept bis Anfang kommenden Jahres erarbeitet werden soll.

Kollage: © airliners.de, Lesen Sie auch: Das steht genau zum Thema Luftverkehr im Koalitionsvertrag

Grundsätzliches Ziel müsse sein, Lärm zu reduzieren, ohne mit dem Luftverkehrsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten, so Odenwald. Ein Gutachten werde daher zunächst im Rahmen eines "sorgfältigen Prozesses" den Markt auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene analysieren, bevor im Oktober der Arbeitskreis mit der Ausarbeitung des Konzepts beginne.

Von: airliners.de
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