Nächste Runde im Alitalia-Poker: Aus 33 werden 13

Im Verkaufsprozess um Alitalia ist eine weitere Frist abgelaufen. Nach und nach zeichnen sich die endgültigen Kaufinteressenten ab. Ryanair bestätigt ein unverbindliches Angebot.

Leitwerk einer A320 der Alitalia. - © © Alitalia -

Leitwerk einer A320 der Alitalia. © Alitalia

So langsam scheinen sich die ernsthaften Interessenten im Bieterprozess um Alitalia abzuzeichnen. Im Verkaufsfahren um die schwer angeschlagene Airline ist eine weitere Frist abgelaufen. Von ursprünglich 33 Interessenten, die anfangs ihre Fühler nach der einstigen Staatsairline Italiens ausstreckten, seien nun noch 13 übrig. Dies berichtet die italienische Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" und beruft sich auf Regierungsangaben.

Unter den 13 Verbliebenen sollen unter anderem Easyjet, Lufthansa und British Airways sein. Auch einige Private-Equity-Fonds wie TPG, Indigo Capital und Cerberus haben offenbar unverbindliche Angebote eingereicht. Diese werden nun von der italienischen Regierung geprüft, und in einem letzten Schritt im Herbst müssen die endgültigen Interessenten offizielle Angebote vorlegen. Der Verkauf der Alitalia ist für Oktober geplant.

Auch Delta Airlines, Ryanair und die bisherige Alitalia-Großaktionärin Etihad haben laut "Sole 24 Ore" Interesse bekundet. Viele Gesellschaften wollten lediglich einige Teile der Alitalia erwerben, berichtete das Blatt. Die italienische Regierung wehrt sich jedoch gegen eine Zerstückelung der Airline.

Ryanair will Langstrecken-Teile

Ryanair bestätigte das Angebot. Der Carrier habe ein unverbindliches Angebot gemacht, teilte das Unternehmen mit. Da es sich bei dem Alitalia um die "größte Airline in Italien" handle, sei es wichtig, dass Ryanair in den Prozess um den Kauf des Unternehmens involviert sei.

Ryanair-Finanzchef Neil Sorahan sagte "Bloomberg TV", seine Gesellschaft habe "aufrichtiges Interesse" an Alitalia sowie daran, dass die Italiener ihr Langstreckengeschäft in Zukunft weiter betreiben. Ryanair habe angeboten, künftig Zubringerflüge für die Gesellschaft zu übernehmen.

Zunächst 30 Interessenten

Im vorigen Schritt waren es noch gut 30 Interessenten für Alitalia. Diese hatten laut Finanzexperten damals nicht wirklich Interesse an einer Übernahme des Carriers, sondern wollten lediglich Zugang zu den Büchern der Alitalia erhalten.

Vergangene Woche berichteten Insider, Alitalia machte allein in den ersten zwei Monaten des Jahres rund 200 Millionen Euro Verlust. Dies ist ungefähr die Hälfte des Verlustes im Gesamtjahr 2016.

Die Airline hat drei Milliarden Euro Schulden, denen mit 921 Millionen Euro bewertete Vermögenswerte gegenüberstehen. Alitalia hat die Konkurrenz durch Billigflieger jahrelang stark zugesetzt.

Sparplan abgelehnt

Nachdem die Belegschaft Mitte April einen Sanierungsplan mehrheitlich abgelehnt hatte, wurde Alitalia im Mai unter Sonderverwaltung des Staates gestellt. 

Alitalia gehört zu 49 Prozent Golf-Carrier Etihad. Diese hält auch ein Drittel der Air-Berlin-Anteile. Etihad hatte angekündigt, ihre Europa-Beteiligungen auf den Prüfstand stellen zu wollen. Jüngst verkauften sie ihre Anteile der Schweizerischen Darwin Airline (Etihad Regional). 

© AirTeamImages.com, Jeffrey Schafer Lesen Sie auch: Air-Berlin-Aktionärin Etihad lässt Schweizer Tochter fallen

Von: cs

Datum: 24.07.2017 - 16:01

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