Verspätete Flugzeuge müssen in Hamburg bis zu 700 Prozent mehr zahlen

14.06.2017 - 16:50 0 Kommentare

Der Hamburger Flughafen hat wie angekündigt eine neue Entgeltordnung eingeführt. Ab sofort sind verspätete Starts- und Landungen deutlich teurer. Auch die Zuschläge für laute Flugzeuge werden verdoppelt.

Gebäude des Hamburger Flughafens - © © dpa - Daniel Bockwoldt

Gebäude des Hamburger Flughafens © dpa /Daniel Bockwoldt

Fluggesellschaften, die nach 22 Uhr auf dem Hamburger Flughafen landen, müssen jetzt mehr Geld zahlen. Das geht aus der neuen Flugentgelt-Verordnung des Airports hervor. Diese war bereits im März angekündigt worden.

Der Zuschlag für verspätete Maschinen erhöht sich von 23 Uhr an im 15-Minuten-Takt bis Mitternacht um maximal 550 Prozent. Danach bis 5.59 Uhr berechnen die Betreiber den Höchstzuschlag von 700 Prozent. In der zuletzt im Januar angepassten Entgeltordnung betrug der maximale Zuschlag noch 300 Prozent.

BUND kritisiert Nichteinhaltung

Am Flughafen Hamburg gilt in der Zeit von Mitternacht bis sechs Uhr morgens ein Nachtflugverbot. Für den Zeitraum zwischen 23 Uhr und Mitternacht gibt es eine Verspätungsregel.

Nach einer Auswertung des BUND sind in den sechs flugverkehrsreichsten Monaten 2016 am Airport Hamburg die Nachtflugbeschränkungen sowie das -verbot nur an zwölf von 184 Nächten eingehalten worden. Der Flughafen selbst dementierte dies.

Erhöhte Lärmzuschläge

Neben den Nachtflugentgelten hat der Flughafen auch die Lärmzuschläge erhöht. Flugzeuge aus den mittleren Lärmklassen 3 und 4 (darunter fallen beispielsweise Maschinen des Typs A320 und Boeing 737), die den Airport am häufigsten frequentieren, müssen künftig 58 beziehungsweise 122 Euro pro Start oder Landung zahlen - etwa doppelt so viel wie zuvor.

Die in Hamburg regierende rot-grüne Landesregierung begrüßt die Verschärfungen: "Wir wollen mehr und besseren Lärmschutz, ohne die notwendige Entwicklung unseres Flughafens einzuschränken", sagte Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: "Beautiful Noise" oder Höllenlärm? Schiene, Straße, Luft (5)

Auch die Grünen sehen die veränderten Auflagen positiv: "Damit spreizen wir die Entgelte zwischen den einzelnen Lärmklassen weiter und setzen so einen stärkeren Anreiz zum Einsatz lärmärmerer Maschinen", sagte Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen-Bürgerschaftsfraktion.

Von: cs, mit Material von dpa
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