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Artikel vom 13.02.2009

Hinweise auf Vereisungsprobleme nach Q400-Absturz

Flugschreiber geborgen

Eine Bombardier Dash-Q400 der Regionalfluggesellschaft Colgan Air ist gestern Abend (Ortszeit) in der Kleinstadt Clarence in der Nähe von Buffalo im US-Bundesstaat New York abgestürzt. Bei dem Unglück kamen 50 Menschen ums Leben, es gab ein Opfer am Boden. Die Maschine flog für Continental Connection und kam aus Newark. Flugdatenschreiber und Voicerekorder sind inzwischen geborgen worden. Erste Hinweise deuten auf Probleme durch Vereisung.

Absturz einer Colgan-Air-Maschine am 12.2.09 - © © dpa -

Absturz einer Colgan-Air-Maschine am 12.2.09

Das Unglücksflugzeug gehörte zur Colgan Air, einer regionalen Fluggesellschaft, die unter anderem im Auftrag der Continental Airlines fliegt. Der verunglückte Flug mit der Continental Connection Flugnummer 3407 war vom Newark Liberty International Airport im US-Bundesstaat New Jersey nach Buffalo unterwegs. Das Unglück ereignete sich gegen 22.20 Uhr Ortszeit kurz vor der Landung, als das Flugzeug noch etwa zehn Kilometer vom Buffalo Niagara International Airport entfernt war. In Clarence herrschte ein winterlicher Wettermix aus Schnee und Regen,so dass Vereisung möglicherweise eine Rolle gespielt haben könnte. Aber auch andere Ursachen würden nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher der US- Verkehrssicherheitsbehörde NTSB am Freitag.

Flugdatenschreiber geborgen

Sechs Stunden nach dem Absturz war offiziellen Angaben zufolge das Feuer zwar unter Kontrolle, die Unglücksstelle konnte wegen der enormen Hitze aber zunächst nicht betreten werden. Dennoch gelang es inzwischen, den Flugdatenschreiber und Voicerekorder aus dem am wenigsten beschädigten Heck zu bergen. Die Geräte wurden sofort zur Auswertung nach Washington gebracht, berichtete der Sender CNN. Der Flugzeugbauer Bombardier entsandte ein Expertenteam.

Die Cockpit-Crew der Maschine habe kurz vor dem Unglück eine «erhebliche Vereisung» der Tragflächen und der Cockpit-Frontscheibe festgestellt. Das geht nach Angaben der nationalen Verkehrssicherheitsbehörde NTSB aus Aufzeichnungen auf dem Stimmenrekorder des Flugzeuges hervor. Sofort nachdem die Landeklappen ausgefahren wurden, ging die Maschine demnach in einen unkontrollierbaren Flugzustand über. Die Crew versuchte noch, die Klappen wieder einzufahren, bevor die Aufzeichnungen enden.

Ein Augenzeuge schilderte im Sender CNN die letzten Sekunden des Unglücksflugs. Er sei im Auto unterwegs gewesen, als das Flugzeug in nur etwa 25 Metern Höhe über ihn hinwegflog. "Die Nase des Flugzeugs hing nach unten, es war nach links geneigt, ich konnte die Unterseite gut erkennen", sagte der Zeuge.

© AirTeamImages.com
Foto: © AirTeamImages.com

US-Regionalfluggesellschaft Colgan Air

Colgan Air ist eine amerikanische Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Manassas (US-Bundesstaat Virginia). Die Flotte besteht nach Firmenangaben von Mitte Januar aus 15 Maschinen vom Typ Bombardier Q400, 34 SAAB 340 und zwei Beech 1900. Colgan Air fliegt Regionale Zubringerdienste für Continental Airlines, United sowie US Airways und beförderte im vergangenen Jahr mehr als 2,5 Millionen Passagiere. Angesteuert werden 65 Städte in den USA und Kanada. Die 1991 gegründete Linie wurde 2007 von Pinnacle Airlines übernommen.

www.colganair.com

Die Unglücksmaschine stürzte gleich darauf in ein Wohnhaus und ging in Flammen auf. Augenzeugenberichten zufolge explodierte die Maschine unmittelbar nach dem Absturz in einem großen Feuerball, ein Großbrand brach aus. Zwölf Häuser in der Umgebung wurden geräumt. Nach Angaben der Landespolizei starben alle 44 Passagiere und die fünf Besatzungsmitglieder, darunter ein Pilot außer Dienst. Ein Mensch kam am Boden ums Leben.

Die Maschine war nach Angaben des städtischen Einsatzleiters Dave Bissonette in unmittelbarer Nähe eines Feuerwehrhauses abgestürzt. Sie habe noch viel Treibstoff an Bord gehabt. «Die Feuerwehrleute waren buchstäblich innerhalb von Sekunden vor Ort», sagte er.

Es war der erste tödliche Unfall mit einer Maschine diesen Typs. Der Unfall ist das schwerste Flugzeugunglück in den USA seit dem Absturz eines Comair Flugs in Lexington im US-Bundesstaat Kentucky am 27. August 2006. Damals kamen 49 Menschen ums Leben.

Stand: 14.02.2009 - 1:01 AM Uhr

Quelle: dpa, AFP, ddp, airliners.de

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