Empfehlen Drucken Nachrichten-Newsletter abonnieren

Artikel vom 29.08.2008

Deutschlands ältester Flugplatz feiert Jubiläum

Darmstadt

Dort, wo heute die Wissenschaftler der TU Darmstadt technische Experimente unternehmen, wurde in den vergangenen 100 Jahren deutsche Luftfahrtgeschichte geschrieben. 1908 von dem deutschen Flugpionier August Euler in Griesheim bei Darmstadt gegründet, starteten und landeten auf Deutschlands ältestem Flughafen Doppeldecker und Zeppelin, wurden Flugzeuge gebaut, die ersten deutschen Piloten ausgebildet und Luftpost ausgeflogen. Deutsche, französische und später US-amerikanische Militärs haben den Flugplatz ebenfalls genutzt. Und auch das meteorologische Institut, deutsche Luftfahrtunternehmen und später schließlich die Technische Universität Darmstadt forschten am August-Euler-Flugplatz.

1908 gründete der deutsche Flugpionier August Euler (1868-1957) den ersten Flugplatz Deutschlands und richtete dort 1909 die erste deutsche Fabrik für Motorflugzeuge und die erste deutsche Flugschule ein. Zwischen 1909 und 1911 bildete Euler in Griesheim 74 Piloten aus. Der berühmteste Flugschüler war Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder des Deutschen Kaisers. Euler selbst erhielt den Luftfahrerschein Nummer 1 in Deutschland, nachdem er als erster Deutscher 1910 das internationale Flugzeugführerpatent erwarb. Von Griesheim aus begann er 1912 mit seinem »Gelben Hund", eine Maschine, die er selbst konstruiert hatte, die ersten Postflüge.

Feier zum 100jährigen Bestehen

Mit Blick auf die historische und aktuelle Bedeutung für die Forschung feiert die TU gemeinsam mit den Städten Darmstadt und Griesheim am kommenden Wochenende das 100-jährige Bestehen. Zu dem Jubiläumsfest am 30. und 31. August mit Flugschau und Ausstellung werden etwa 15 000 Besucher erwartet. Ausgestellt werden etwa 80 Fluggeräte aus allen Epochen. Unter den angekündigten rund 40 Oldtimer-Flugzeugen werden auch Klassiker gezeigt wie die deutsche Junkers JU 52 und eine Blériot XI, mit der 1909 der erste Flug über den Ärmelkanal gelang. Mit einigen der historischen Maschinen werden auch Rundflüge für die Besucher angeboten.

Die TU Darmstadt erwarb den Flugplatz im Jahr 2005 für 1,1 Millionen Euro. Bereits seit 1992 nutzt die Hochschule den historischen Ort in Griesheim als Forschungs- und Versuchsfreigelände. Zehn Fachgebiete, darunter Strömungslehre und Aerodynamik, Fahrzeugtechnik und Arbeitswissenschaft, experimentieren auf dem Euler-Flugplatz. Das Fachgebiet Strömungslehre und Aerodynamik hat auf dem Flugplatz zwei Motorsegler des Typs Grob G109B stationiert, die für Forschung, Ausbildung und Praktika eingesetzt werden. Mit den Fliegern testen die Ingenieure beispielsweise die Flugleistung oder das Kurvenverhalten unter bestimmten Bedingungen.

«Es ist ein Privileg, dass wir unseren eigenen Flugplatz direkt vor der Haustür haben», sagt der Diplom-Ingenieur Klaus Hufnagel vom Fachgebiet Strömungslehre und Aerodynamik der TU. Das Versuchsfreigelände biete ideale Bedingungen für die Forschung. Da vonseiten der verschiedenen Fachgebiete ein hohes Interesse an dem August-Euler-Flugplatz bestehe, nutze man ein spezielles Reservierungssystem, das eine optimale Forschung ermögliche. «Nachts kommen beispielsweise die Lichttechniker, tagsüber teilen sich Geologen, Botaniker und Ingenieure das 65 Hektar große Gelände.

»Es gibt auch immer wieder Anfragen von Werbeagenturen oder von Automobilfirmen, die ihre Wagen präsentieren wollen«, berichtet Hufnagel. Allerdings gehe man mit solchen Anfragen eher zurückhaltend um, da die Auflagen für die im Naturschutzgebiet liegende Landebahn und Rollwege groß seien.

»Wir profitieren natürlich auch von der Drittmittelforschung. Das Geld, das wir durch Aufträge der Privatwirtschaft oder durch öffentliche Forschungsprojekte einnehmen, kommt wiederum der Ausbildung an der TU zugute.« Es herrsche eine gewisse Aufbruchstimmung, was die Zukunft des Flugplatzes angeht, sagt Klaus Hufnagel. Durch die Finanzierung des Flugplatzes bestehe aufseiten der Universität außerdem das berechtigte Interesse, Geld einzunehmen, um die Ausgaben auszugleichen. Mit weiteren Aufträgen sei zu rechnen.

Stand: 29.08.2008 - 10:19 PM Uhr

Quelle: Von ddp-Korrespondent Stephen Wolf

Aktuelle Stellenangebote:

Das könnte Sie interessieren

#

Kolumne: Ausgebetet in Alaska.

Zur Spaethfolge (68)

Stellenmarkt Karriere

Job-Keywords:
Jobsuche starten
Aktuelle Stellenangebote:
  • Mitarbeiter Ordermanagement ... Qioptiq Photonics GmbH & Co. KG - 09.02.2012
  • Praktikum/ Werkstudent (m/w)... Eurocopter - 09.02.2012
  • Verfahrensspezialist (m/w) MTU Aero Engines GmbH - 09.02.2012
Stellenanzeige schalten