Artikel vom 6.7.2007 0

BBI soll keine Konkurrenz durch Regionalflughäfen entstehen

Berlin und Brandenburg demonstrieren Einigkeit

Berlin (ddp-lbg). Berlin und Brandenburg demonstrieren Einigkeit bei der gemeinsamen Landesentwicklungsplanung. Dem Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) soll keine Konkurrenz entstehen durch Regionalflughäfen in der Hauptstadtregion. Das wurde auf der gemeinsamen Landesplanungskonferenz der beiden Länder am Freitag in der Bundeshauptstadt entschieden. Außerdem ist unter anderem vorgesehen, großflächigen Einzelhandel auf Zentren zu konzentrieren.

Die beiden Länder seien auf dem Weg der Neuordnung der gemeinsamen Landesplanung einen wesentlichen Schritt vorangekommen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Der Entwurf des Landesentwicklungsplans 2007 und der Vorentwurf für den neuen Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg seien verabschiedet worden. Die beiden Planwerke würden künftig die Grundlage für eine moderne und den Herausforderungen der demografischen Entwicklung gerecht werdende Landesentwicklungsplanung bilden, fügte Wowereit hinzu. Ganz wichtig sei dabei die Flughafenplanung.

Die neue Regelung sehe unter anderem vor, dass in der Hauptstadtregion der Linien- und Pauschalflugverkehr auf den BBI konzentriert werde, betonte Wowereit. Die Flughäfen Tegel und Tempelhof würden geschlossen und entwidmet. Die Regionalflughäfen in der Region blieben auf Maschinen bis 14 Tonnen Gewicht beschränkt.

Dadurch werden sich am Flughafen in Eberswalde-Finow mit großer Wahrscheinlichkeit Billigfluganbieter nicht etablieren können. Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) räumte dem Antrag der Betreiber in Finow, den Flughafen für Maschinen bis zu 85 Tonnen Gewicht auszubauen wegen der neuen Vereinbarung keine Chance mehr ein. Dieses Gewicht haben größere Passagiermaschinen, wie sie unter anderem von Billigfluglinien eingesetzt werden.

Der Chef der Berliner Flughäfen, Rainer Schwarz, begrüßte die Entscheidung, Regionalflughäfen in der Hauptstadtregion auf kleinere Maschinen zu begrenzen. Dadurch erhalte der BBI einen «spürbaren Standortvorteil im härter werdenden Wettbewerb der europäischen Regionen».

Wowereit ergänzte, das Ergebnis der Landesplanungskonferenz sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Abstimmung der beiden Länder hervorragend funktioniere. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) unterstrich, dass diese Vereinbarung innerhalb der kurzen Zeit von zwei Jahren nur habe getroffen werden können, weil gegenseitiges Vertrauen bestünde. In Deutschland finde sich kein anderes Beispiel einer so engen Zusammenarbeit zweier Bundesländer. Dellmann betonte, mit dem neuen Landesentwicklungsplan ziehe ein neuer Geist in die Beziehungen von Berlin und Brandenburg.

Die gemeinsame Landesplanung sieht nun die Reduzierung von derzeit 153 Zentren auf 54 Zentren vor. «Wir sind uns einig, dass wir weg müssen vom bisherigen System», unterstrich Dellmann. Zähle eine Gemeinde nicht zu einem Zentrum, bedeute dies nicht automatisch, dass die Ortschaft keine Entwicklungspotenziale habe.

Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) kündigte an, großflächiger Einzelhandel werde auf die Zentren konzentriert. Die Einzelhandelskomplexe auf der grünen Wiese schwächten Ortschaften und Städte. «Das wollen wir verhindern», betonte die Senatorin.

Artikel vom 6.7.2007

Quelle: ddp

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