KW46/2012 Nachrichten aus aller Welt

16.11.2012 - 16:03 0 Kommentare

Zahlreiche Meldungen abseits des deutschsprachigen Marktes haben die Redaktion in den letzten Tagen erreicht. So gibt es zwei neue Boeing-787-Betreiber, darunter auch den ersten in Europa.

Europa

LOT hat am Mittwoch (14.11.) als erste europäische Fluggesellschaft eine Boeing 787 übernommen. Der Jet landete am Donnerstag am Flughafen Warschau. LOT setzt den Dreamliner im Dezember auf Kurzstrecken innerhalb Europas ein, bevor es im Januar 2013 nach Chicago geht. LOT hat insgesamt acht 787 bestellt.

Ryanair beißt mit seiner Übernahmeofferte für den heimischen Konkurrenten Aer Lingus laut der "Financial Times" (Montag) bei der EU-Kommission erneut auf Granit. Die Wettbewerbshüter wollen die von Ryanair angebotenen Zugeständnisse als unzureichend ablehnen. Jetzt solle eine Liste mit den Bedenken aufgestellt werden, die oft der Ablehnung eines Fusionsvorhabens folgt. Sie fürchten bei einem Zusammenschluss der beiden irischen Gesellschaften um den Wettbewerb auf einer Reihe von Strecken.

SAS will mit drastischen Einschnitten beim Personal, dem Verkauf von Konzernaktivitäten und frischen Krediten das drohende Aus abwenden. So will die skandinavische Airline den gut 15.000 Beschäftigten Einkommenssenkungen von 15 bis 17 Prozent sowie Verminderungen ihrer Pensionsansprüche abverlangen. Umgehend sollen 800 Verwaltungsstellen gestrichen werden. Längerfristig erwartet SAS, dass die Zahl der Beschäftigten durch Verkäufe und andere Maßnahmen auf 9000 sinkt. Die Einschnitte beim Personal und die erhofften Verkäufe sollen jeweils drei Milliarden schwedische Kronen (350 Mio Euro) pro Jahr als Kostenerleichterung in die Kasse bringen. Den akuten Kapitalbedarf sollen Bankkredite über 3,5 Milliarden Kronen decken.

TAP Portugal erwirtschaftete im 3. Quartal 2012 einen Nettogewinn in Höhe von rund 102 Millionen Euro – das entspricht einer Steigerung um 21 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum im Vorjahr. Befördert wurden 3,1 Millionen Passagiere. Die TAP-Gruppe, zu der auch die Airline gehört, erzielte im 3. Quartal einen Gewinn von knapp 90 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 29 Prozent entspricht.

Die Piloten von Iberia verlangen eine Auflösung der Fusion der spanischen Fluggesellschaft mit British Airways (BA). Eine Auflösung des Mutterkonzerns IAG sei die einzige Chance, das Überleben von Iberia zu sichern. IAG hatte Ende voriger Woche einen radikalen Sanierungsplan für Iberia vorgelegt, der die angeschlagene spanische Linie aus der Verlustzone bringen soll. Danach soll Iberia 4.500 Arbeitsplätze abbauen, fast ein Viertel ihrer 20.000 Stellen. Das Flugangebot soll bereits 2013 um 15 Prozent gekürzt werden. Zudem soll Iberia die Flotte um 25 Maschinen verkleinern.

Norwegian nimmt am 30. Mai 2013 Langstreckenflüge mit Boeing 787 zwischen Oslo und New York auf. Am 1. Juni sollen dann Lowfare-Flüge nach Bangkok folgen.

Air France hat am Flughafen Paris-Charles de Gaulle eine neue Triebwerkstesthalle eröffnet. IN der auf den Namen “Zephyr” getauften Halle sollen pro Jahr 300 Motoren getest werden können, darunter über 100 Großtriebwerke.

Turkish Airlines hat ihr 200. Flugzeug in Dienst gestellt. Die Maschine, eine Boeing 737-900ER, trägt eine entsprechende Sonderlackierung mit weltweiten Wahrzeichen auf dem Rumpf.

Asien/Pazifik

China Express Airlines will als erste chinesische Regionalfluggesellschaft im kommenden Jahr internationale Routen nach Südostasien eröffnen.

Azerbaijan Airlines (AZAL) hat bei Embraer vier E-190 in Auftrag gegeben. Die Regionaljets sollen ab dem 3. Quartal 2013 ausgeliefert werden. Außerdem erwarb AZAL zwei gebrauchte E-170 von der Embraertochter ECC Leasing. DIese Jets werden im 2. Quartal 2013 übergeben.

Silk Air, Regionaltochter der Singapore Airlines, hat eine Bestellung über 23 Boeing 737-800 und 31 Boeing 737 MAX 8 verabschiedet.

Nahost

Emirates hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr des neuen Geschäftsjahres so gut wie verdoppelt. Sie erwirtschaftete zwischen April und September 1,7 Milliarden Dirham (364 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Montag bekanntgab. Das ist ein Plus von 104 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Mischkonzern Emirates Group, zu dem die Airline gehört, steigerte seinen Gewinn um 68 Prozent auf 2,1 Milliarden Dirham. Der Umsatz fiel demnach um 16 Prozent höher aus als im Vorjahr.

Qatar Airways hat die erste von 30 Boeing 787 beim Hersteller in Empfang genommen.

Gulf Air hat Lieferverträge mit Airbus und Boeing neu verhandelt. So konnte die angeschlagene Airline aus Bahrain einen A330-300-Vertrag bei Airbus in acht A320ceo umwandeln, die alle bis Jahresende ausgeliefert werden. Zusätzlich besteht ein Auftrag über bis zu 16 A320neo. Bei Boeing konnte Gulf Air eine Order über 787 Dreamliner auf zwölf bis 16 Exemplare herunter handeln.

Amerika

Interjet hat 40 Airbus A320neo in Auftrag gegeben. Eine Triebwerkswahl wurde noch nicht getroffen. Der mexikanische Billigflieger betreibt bereits 36 A320ceo. Außerdem sicherte sich Interjet zehn Optionen für den russischen SuperJet 100. Die Airline hat bereits 20 SSJ100 fest in Auftrag gegeben. Die Lieferungen sollen im März 2013 anlaufen.

Boeing hat die Produktionsrate der 787 mittlerweile auf fünf Flugzeuge pro Monat hochgeschraubt. Erst zum Jahresanfang hatte der Flugzeugbauer die Rate von 2,5 auf 3,5 Flugzeuge gesteigert. Zielstellung bis Ende 2013 sind zehn 787 pro Monat.

Avianca orderte bei Boeing drei weitere 787. Der Auftrag war Orderbuch bei Boeing bislang keinem Kunden zugeordnet. Die kolumbianische Airline hatte 2007 bereits zwölf Maschinen bestellt.

Virgin America streicht angesichts hoher Verluste und getrübter Wachstumsaussichten ihre Bestellungen bei Airbus zusammen. Von den 30 A320, die eigentlich in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeliefert werden sollten, will die Gesellschaft nur die letzten zehn Exemplare abnehmen. Weitere 30 Flieger der spritsparenden Neuauflage A320neo sollen statt zwischen 2016 bis 2019 erst in den Jahren 2020 bis 2022 zur Flotte stoßen. Virgin America rutschte im dritten Quartal trotz höherer Umsätze tiefer in die roten Zahlen. Unter dem Strich stieg der Verlust von 3,3 Millionen auf 12,6 Millionen Dollar.

Afrika

Afriqiyah Airways hat am Montag vier Airbus A350-900 XWB geordert. Außerdem wandelte die libysche Airline einen Auftrag über sechs Exemplare der Kurzversion A350-800 in Maschinen der längeren Standardversion um.

Air Mauritius und Air France/KLM haben ihre strategische Zusammenarbeit weiter ausgebaut und kooperieren nun auch bei den Vielfliegerprogrammen. Seit dem 1. November können Mitglieder von Kestrelflyer und Flying Blue Meilen sammeln auf den Codeshare-Flügen von Paris nach Mauritius, Mauritius-Reunion und zurück sowie auf allen europäischen Anschlussflügen, die über den Hub Paris/CDG führen. Mit dem neuen Abkommen können zudem die Bonusmeilen für Freiflüge im gesamten Streckennetz der Air Mauritius und Air France/KLM genutzt werden.

Von: airliners.de mit dpa, dpa-AFX, AFP
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