KW45/2012 Nachrichten aus aller Welt

09.11.2012 - 16:27 0 Kommentare

Zahlreiche Meldungen abseits des deutschsprachigen Marktes haben die Redaktion in den letzten Tagen erreicht. So soll der neue Istanbuler Airport alle Dimensionen sprengen, während bei Iberia ein Kahlschlag droht.

Europa

Air Baltic hat im dritten Quartal bei einem Umsatz von 70,8 Millionen Lats (101,7 Mio. Euro) einen Nettogewinn von 4,8 Millionen Lats (6,86 Mio Euro) erzielt. Befördert wurden rund 920.000 Passagiere.

Der geplante neue Flughafen der türkischen Metropole Istanbul soll gemessen an der Passagier-Kapazität der größte der Welt werden. Nach Abschluss des Endausbaus gegen Ende des Jahrzehnts werde der umgerechnet etwa drei Milliarden Euro teure Airport für rund 150 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt sein. Derzeit ist der Flughafen der US-Stadt Atlanta mit rund 93 Millionen Passagieren pro Jahr der größte der Welt. Auf dem derzeitigen Istanbuler Atatürk-Flughafen wurden im vergangenen Jahr rund 37 Millionen Passagiere befördert. Der Bau des neuen Flughafens mit seinen insgesamt sechs Startbahnen im Jahr 2014 im Norden von Istanbul beginnen. In der Nähe des Flughafens will die türkische Regierung zudem eine ganz neue Stadt errichten lassen.

Der Mutterkonzern von British Airways und Iberia, die IAG, will den spanischen Billigflieger Vueling ganz unter seine Fittiche nehmen. IAG besitzt bereits über Iberia 45,85 Prozent an Vueling, die restlichen Anteile will der Konzern nun für rund 113 Millionen Euro kaufen. Die Übernahme soll bis zum Frühjahr 2013 abgeschlossen sein. Vueling mit Sitz in Barcelona solle nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen innerhalb der IAG erhalten bleiben und nicht mit der Billigfluggesellschaft Iberia Express fusioniert werden.

Iberia will fast ein Viertel ihrer 20.000 Arbeitsplätze abbauen. Wie das Unternehmen am Freitag in Madrid mitteilte, soll die Belegschaft um 4.500 Mitarbeiter verringert werden. Angesichts der hohen Verluste werde die Gesellschaft Routen streichen und sich auf rentable Strecken konzentrieren. Die Flotte soll um 25 Maschinen verkleinert werden.

Die tschechische Regierung macht einen weiteren Versuch, die staatliche Czech Airlines (CSA) zu privatisieren. Am Donnerstag hat sie einen Plan beschlossen, laut dem ein strategischer Partner für die CSA gesucht wird. Die Dachorganisation Cesky Aeroholding, zu der die Fluglinie gehört, will die 50 größten internationalen Fluggesellschaften wegen der Privatisierung ansprechen. Diese sollen bis Ende November mitteilen, ob sie interessiert sind. Es handelt sich um den zweiten Versuch, die CSA zu privatisieren. Den ersten hatte es 2009 gegeben. Damals blieb nur ein Bewerber übrig - das Konsortium Unimex und Travel Service. Zuvor hatte sich die favorisierte Air France aus dem Auswahlverfahren zurückgezogen. Die Regierung akzeptierte schließlich das Angebot von Travel Service nicht und hob die Ausschreibung auf.

Aer Lingus hat in der ersten neun Monaten des laufenden Jahres das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29,7 Prozent auf 86,5 Millionen Euro gesteigert, während der Umsatz um 8,2 Prozent auf 1,087 Milliarden Euro kletterte. Im Neunmonatszeitraum flogen 7,4 Millionen Fluggäste mit Aer Lingus (+ 1,8 Prozent). Im dritten Quartal hatte die Airline einen operativen Gewinn von 90,9 Millionen Euro (- 2,9 Prozent zum Vorjahr) zu verzeichnen.

Aeroflot soll die Gründung einer Lowcost-Tochter ins Auge fassen, wenn der Staat die Ticketbedingungen ändert. Derzeit müssen Tickets voll erstattet werden, wenn der Passagier den Flug nicht antreten kann und die Airline darüber vorab informiert.

Asien/Pazifik

Air New Zealand stellt die Flüge zwischen Hongkong und London ab 4. März 2013 ein. Die frei werdenden Kapazitäten sollen eine Steigerung der Flüge nach Los Angeles und San Francisco erlauben. Gleichzeitig schloss die Airline ein strategisches Abkommen mit Cathay Pacific für die Route Auckland-Hongkong. Beide Airlines bedienen diese Verbindung mindestens ein Mal pro Tag.

TransAsia hat sechs weitere Airbus A321neo mit PW1100-G-Triebwerken bestellt. Insgesamt hat die taiwanesische Airline nun zwölf A321neo und sechs A321 mit Sharklets bestellt.

Qantas beschleunigt die Modernisierung ihrer inneraustralischen Boeing-767-Flotte. Bis Ende März 2013 - und damit sechs Monate früher als ursprünglich geplant - sollen die 16 Flugzeuge ein neues Kabinendesign erhalten. Passagieren stehen dann auch WiFi-Internetzugang und Entertainment über iPads zur Verfügung. Außerdem nahm Qantas drei tägliche Flüge zwischen Sydney und Gold Coast auf und erhöhte die Kapazitäten zwischen Melbourne und Hobart.

Xiamen Airlines wird der Skyteam-Allianz am 21. November beitreten.

Nahost

Das in Kuwait ansässige Leasingunternehmen Alafco hat 20 Boeing 737 MAX 8 fest bestellt. Der Auftrag im Wert von zwei Milliarden US-Dollar Listenpreis wurde bereits im Juli auf der Farnborough Airshow angekündigt.

Inlandsflüge im Iran haben sich wegen der Wirtschaftssanktionen um bis zu 70 Prozent verteuert.

Qatar Airways bedient ab Frühjahr 2013 ein zweites Ziel im Sultanat Oman. Ab 22. Mai will die Airline viermal wöchentlich von Doha aus die Tourismus-Destination Salala mit Airbus A320 ansteuern. Zugleich schloss Qatar Airways ein Codeshare-Abkommen mit Oman Air. Während Qatar 31 Mal wöchentlich zwischen Doha und Muscat fliegt, bietet Oman Air hier drei Flüge pro Tag auf dieser Verbindung an.

Etihad Cargo steigert weiter ihre Tonnage auf Rekordniveau und transportierte im Oktober 32.500 Tonnen. Dies ist ein Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Oktober des letzten Jahres. Zudem ist die Tonnage um 2,2 Prozent höher als im vorangegangenen Monat September (31.800 Tonnen).

Amerika

United Airlines hat am 4. November erstmals ihre neue Boeing 787 eingesetzt. Der offizielle Erstflug führte von Houston nach Chicago. United prüft ferner eine mögliche Bestellung des Airbus A350-1000 XWB als Ersatz für ältere Boeing 747. Seit 2009 hat United eine Bestellung über 25 A350-900 XWB offen.

TAM erhält bis zum Ende des Jahres vier neue Boeing 777. Die brasilianische Airline lässt die Jets mit einer neu entworfenen Kabine ausrüsten. Das Konzept „From Home to Home“ soll auch unterwegs eine Umgebung bieten, die in Sachen Komfort und Wohlfühlen einem Zuhause in nichts nachsteht.

Boeing hat die 500. 737 mit Sky Interior fertig gestellt. Die 737-800 wurde an das kalifornische Leasingunternehmen Aviation Capital Group (ACG) ausgeliefert. Copa Airlines wird das neue Flugzeug leasen und betreiben. Ferner hat der Flugzeugbauer die insgesamt 7.370 Boeing 737 ausgeliefert. Die Maschine ging an die indonesische Lion Air. Außerdem erhielt Boeing einen Auftrag von Guggenheim Aviation Partners zur Umbau von drei 767-300ER in Frachtflugzeuge.

Aeromexico hat Boeing einen Festauftrag über 60 737 MAX 8 und MAX 9 erteilt und Vorkaufsrechte für weitere 30 Maschinen gesichert. Der Auftrag wurde bereits im Juli auf der Farnborough Airshow angekündigt.

LAN Airlines fliegt als erste Fluggesellschaft der Welt die chilenische Insel Chiloé an. Seit dem 7. November starten wöchentlich vier A320-Flüge von der chilenischen Hauptstadt Santiago aus in Richtung Chiloé. Nach einem Zwischenstopp in der Hafenstadt Puerto Montt landet LAN Airlines nach 35 Minuten Flugzeit am Flughafen Mocopulli in Dalcahue (Chiloé).

Marsh Harbour (Bahamas), das Tor zur Inselgruppe The Abacos hat ein neues Terminal. Auf rund 47.000 Quadratmetern erwarten die Fluggäste des Leonard M. Thompson Airports jetzt 22 Check-in-Schalter, moderne Gepäckkontrollen, vier Restaurants, eine Lounge, acht Geschäfte und zwei Check-in-Automaten.

Auf Kuba soll eine neue Fluggesellschaft mit russischer Hilfe gegründet werden. Das Joint-Venture soll helfen, Havanna als Drehkreuz in Richtung Lateinamerika zu etablieren.

Afrika

Der Flugzeugbauer ATR hat am 9. November die erste ATR42-600 an Precision Air ausgeliefert. Die Airline aus Tansania hatte insgesamt vier Flugzeuge dieses Typs sowie eine größere ATR72-600 bestellt.

Kenya Airways evaluiert noch immer den Start der Lowcost-Tochter Jambo Jet. Die Planungen reichen bereits 18 Monate zurück. Inzwischen erhielt man aber die Genehmigung, Boeing 737-300 einzusetzen.

Der südafrikanische Billigflieger 1Time hat den Flugbetrieb einstellen müssen. Die Airline macht für den anhaltenden Misserfolg vor allem die staatlich geförderte South African und deren Lowcost-Arm Mango verantwortlich. Gerüchten zufolge soll sich der Start-up FastJet um die Betriebslizenz der 1Time bemühen.

Die neue Air Cote d`Ivoire soll nun am 12. November den Flugbetrieb aufnehmen. Ursprünglich sollte dies schon im Juli geschehen. Die Fluggesellschaft von der Elfenbeinküste wurde mit Hilfe von Air France (20 %) und dem Aga Khan Fund for Economic Development (15 %) gegründet. Zwei ehemalige Air-France-A319 sollen ab Abidjan die Ziele Bamako, Brazzaville, Conakry, Dakar, Douala, Lome und Libreville bedienen. 2013 sollen dann auch Inlandsflüge hinzukommen.

Von: airliners.de mit dpa, AFP, dapd
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