Nach Terrorjahr: Auch bei Tui ziehen Sommerbuchungen an

29.03.2017 - 12:00 0 Kommentare

Griechenland statt Türkei - diesen Trend verspürt auch Tui. Der Konzern merkt außerdem, dass die Urlauber im Schnitt mehr Geld für ihre Reisen ausgeben.

Die Tui-Konzernzentrale in Hannover. - © © Tui -

Die Tui-Konzernzentrale in Hannover. © Tui

Auch bei Tui ziehen die Reisebuchungen nach dem Terrorjahr 2016 wieder an. Derzeit liegen die Sommerbuchungen vier Prozent höher als vor einem Jahr, wie der Reisekonzern jetzt in Hannover mitteilte. 48 Prozent des Sommerprogramms sei bereits verkauft.

In allen Absatzmärkten des Konzerns würden die Menschen dabei im Schnitt mehr Geld für ihre Reisen ausgeben. Obwohl die Probleme in Weltwirtschaft und Politik in einigen Märkten deutlich zu spüren seien, befinde sich Tui in einer starken Position, sagte Konzernchef Fritz Joussen.

An der Börse wurden die Neuigkeiten von Tui dennoch negativ aufgenommen. Die Aktie des Konzerns verlor an der Londoner Börse zunächst mehr als ein Prozent an Wert, während der Leitindex FTSE 100 leicht zulegte.

Türkei-Buchungen gehen weiter zurück

Einen erneuten Rückgang verzeichnet Tui bei den Reisen in die Türkei. Schon 2016 hatte sich die Zahl der Türkei-Urlauber bei dem Konzern in etwa halbiert. Von den Zweifeln der Kunden an dem Urlaubsland profitieren den Angaben zufolge Ziele wie Griechenland, die Kanaren und fernere Länder.

Bei seinen eigenen Hotels sieht sich der Konzern auf Kurs. Das geringere Interesse an Reisen nach Nordafrika und in die Türkei werde wie schon im Winter durch eine höhere Nachfrage nach Zielen etwa im westlichen Mittelmeer und der Karibik ausgeglichen, hieß es. Die Vorausbuchungen bei der Kreuzfahrtlinie Tui Cruises entwickelten sich weiterhin gut.

© AirTeamImages.com, Derek Pedley Lesen Sie auch: Reisebranche ist nach schwierigem Jahr in Sommerlaune

Insgesamt konnte Tui konzernweit für den Sommer bisher fünf Prozent höhere Preise durchsetzen - was zusammen mit der höheren Gästezahl bislang einem Umsatzplus von neun Prozent entspricht. Anfang 2016 hatten sich viele Kunden infolge der Anschläge in Paris, Istanbul und Brüssel lange mit Reiseentscheidungen zurückgehalten und sich erst spät zur Buchung durchgerungen.

Besonders teuer wird es diesmal für Urlauber aus Großbritannien. So hat das britische Pfund nach dem Votum der Bürger für den EU-Austritt ihres Landes stark an Wert verloren. Nach dem bisherigen Buchungsstand geben die Briten für ihren Sommerurlaub 2017 bei Tui im Schnitt acht Prozent mehr aus als im Vorjahr. Dennoch liegt die Zahl der Buchungen derzeit drei Prozent höher - genauso wie im wichtigen Markt Deutschland. Hier konnte Tui bisher drei Prozent höhere Preise durchsetzen.

Ähnliche Entwicklung auch bei Konkurrent Thomas Cook

Konzernchef Joussen zeigte sich derweil zuversichtlich, den operativen Gewinn (Ebita) - bereinigt um Sonderposten und Währungsschwankungen - im laufenden Geschäftsjahr wie geplant um mindestens zehn Prozent zu steigern. Dafür spricht auch das Geschäft in der zu Ende gehenden Wintersaison. Auch hier verzeichnete Tui ein Umsatzplus von neun Prozent. Fünf Prozent des Zuwachses führt der Konzern auf eine gestiegene Gästezahl zurück, den Rest auf höhere Durchschnittspreise. 97 Prozent des Angebots sei verkauft.

© Thomas Cook, Lesen Sie auch: Thomas Cook: Kunden spüren nach Terror wieder wachsende Reiselust

Der kleinere Rivale Thomas Cook, der in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor vertreten ist, hatte einen Tag zuvor für den Sommer ein Buchungsplus von zehn Prozent gemeldet. Im Vorjahr hatte der Einbruch bei den Türkei-Reisen Thomas Cook stark getroffen. Mit seiner Marke Öger Tours ist das britische Unternehmen im Türkei-Geschäft besonders stark vertreten. Das Umsteuern auf alternative Ziele war für den Veranstalter daher schwieriger.

Von: ch, dpa-AFX
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