Bundespolizei ermittelt nach Sicherheitsalarm am Airport Frankfurt

01.09.2016 - 14:15 0 Kommentare

Eine Frau schlüpft beim Umsteigen auf dem Flughafen Frankfurt durch eine Sicherheitskontrolle. Daraufhin wird ein Teil des Airports gesperrt, es kommt zu Verspätungen und Flugausfällen. Jetzt wird ermittelt.

Nachdem sie per Durchsage zur Räumung der Halle A aufgefordert wurden, strömen tausende Passagiere am 31. August 2016 aus dem Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt  - © © dpa - Boris Roessler

Nachdem sie per Durchsage zur Räumung der Halle A aufgefordert wurden, strömen tausende Passagiere am 31. August 2016 aus dem Terminal 1 des Flughafens in Frankfurt © dpa /Boris Roessler

Nach dem Sicherheitsalarm am Frankfurter Flughafen wird mit Hochtouren nach der Ursache für die Panne bei der Kontrolle gesucht. Derzeit würden Zeugen intensiv befragt sowie Videos und Daten ausgewertet, berichtete jetzt der Sprecher der Bundespolizei am Flughafen, Christian Altenhofen.

Eine 25 Jahre alte Frau mit zwei Kleinkindern war am Mittwoch auf dem größten deutschen Flughafen durch einen Sicherheitscheck gelangt, obwohl die Kontrolle noch nicht abgeschlossen war. Die Frau war aus Istanbul gekommen und auf dem Weg nach Newark (USA). Die Flughalle A im Terminal 1 wurde vollständig geräumt.

Bei der Sicherheitskontrolle habe es "einen Verdachtsanlass gegeben, dem hätte nachgegangen werden müssen", sagte Altenhofen. Was das genau war, sagte er nicht. "Das ist Verschlusssache." Die Bundespolizei hätte aber zu der Kontrolle dazu gezogen werden und mitentscheiden müssen.

Sicherheitsbereich A war komplett geräumt worden

Warum die Frau mit zwei kleinen Kindern nach eigener Aussage den Eindruck hatte, die Kontrolle sei abgeschlossen, und warum sie ihren Weg nach diesem "Missverständnis" im Sicherheitsbereich ungehindert fortsetzen konnte, müsse jetzt geklärt werden. Mit Ergebnissen sei jedoch in dieser Woche noch nicht zu rechnen, sagte Altenhofen.

Weil die Sicherheitsbehörden nicht ausschließen konnten, dass die Frau "gefährliche Gegenstände" bei sich hatte, musste der Sicherheitsbereich A komplett evakuiert werden. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, die Frau zu finden. Die Polizei musste auch sichergehen, dass die Frau nicht etwa Sprengstoff oder etwas anderes Gefährliches irgendwo abgelegt oder jemand anderem übergeben hatte. Die gesamte Abflughalle A - in der Tausende Passagiere vor den abgesperrten Sicherheitskontrollen gewartet hatten - war anschließend geräumt worden, weil auch noch ein herrenloser Koffer gefunden wurde.

Ab ins Hotel - oder auf das Feldbett

Zehntausende Flugpassagiere waren von der Teilsperrung des Flughafens betroffen. Mehr als 140 Flüge wurden nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport gestrichen, zahlreiche waren verspätet. Die Lufthansa war vor allem betroffen und musste 100 Flüge von und nach Frankfurt stornieren, wie ein Sprecher sagte.

Davon seien rund 11.000 Passagiere betroffen gewesen, 4000 von ihnen mussten im Hotel übernachten. 13 Flüge, die auf dem Weg nach Frankfurt waren, mussten auf andere Flughäfen ausweichen. 40 Maschinen - darunter zwölf Langstreckenflüge - hoben ohne Passagiere ab, damit die Betriebsabläufe gewährleistet werden konnten.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Flughalle A am Frankfurter Flughafen vorübergehend geräumt

Der Schaden beläuft sich nach Einschätzung von Beobachtern auf einige Millionen Euro. Weder Fraport noch die Lufthansa wollten aber dazu Angaben machen. Über mögliche Schadenersatzforderungen könne erst nach dem Ende der Ermittlungen unter Federführung der Bundespolizei gesprochen werden, sagte Fraport-Sprecher Dieter Hulick.

Fraport hatte am Mittwochabend rund 800 Feldbetten im Flughafen aufgestellt, die auch genutzt worden seien. Andere Passagiere übernachteten zu Hause oder in Hotels und waren erst am Donnerstag mit einem Tag Verzögerung gestartet.

Nach Angaben des zuständigen Wirtschaftsministeriums gab es neun Ausnahmen vom Nachtflugverbot: Vier Maschinen durften zwischen 23 Uhr und Mitternacht landen und drei starten. Außerdem durfte ein medizinisches Hilfsflugzeug landen und starten. Von 23 bis fünf Uhr gilt am Frankfurter Flughafen ein Nachtflugverbot. In Ausnahmefällen erteilt das Ministerium Genehmigungen bis 24 Uhr.

Von: ch, dpa
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