Musikfestival scheitert mit Klage gegen Fluglärmgegner

13.04.2017 - 14:54 0 Kommentare

Die Klage des Rheingau Musik Festivals gegen eine Anti-Fluglärm-Initiative aus Mainz ist abgewiesen worden. Die Fluglärmgegner hatten mehreren Pianisten Briefe geschrieben. Lufthansa ist einer der Sponsoren.

Eine Maschine der Lufthansa setzt über Flörsheim zum Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen an. - © © dpa - Boris Roessler

Eine Maschine der Lufthansa setzt über Flörsheim zum Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen an. © dpa /Boris Roessler

Juristischer Erfolg für Fluglärm-Gegner: Die Klage des Rheingau Musik Festivals gegen eine Anti-Fluglärm-Initiative ist vom Landgericht Mainz abgewiesen worden. Die Initiative aus der rheinland-pfälzischen Hauptstadt hatte Briefe an Pianisten verfasst, in denen sie auf mögliche Störungen durch Flugzeuge bei dem Festival hinwiesen.

Die Fluglärmgegner hatten in ihrem Schreiben auf angebliche personelle Verflechtungen zwischen Festival, Flugbranche, Flugsicherung und hessischer Landesregierung hingewiesen. In der Vergangenheit seien sogar schon Flugrouten während Konzerten des Festivals verlegt worden.

Sorge um Sponsoren

Das Klassik-Festival mit Sitz im hessischen Oestrich-Winkel hatte daraufhin geklagt, weil es die Briefe der Fluglärmgegner an unter anderem die renommierten Pianisten Martin Stadtfeld, András Schiff und Hélène Grimaud als geschäftsschädigend betrachtet. Nicht nur Künstler, auch Sponsoren könnten deswegen abspringen, vermuteten sie. Lufhansa tritt als "offizielle Airline" der Veranstaltung auf.

Das Landgericht befand nun am Donnerstag, die Initiative habe keine falschen Tatsachen behauptet, das Recht auf freie Meinungsäußerung überwiege. Die tatsächliche Störung durch Flugzeuge rund um den größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main hatte das Gericht in diesem Zusammenhang allerdings nicht geprüft, wie der Gerichtssprecher erklärte.

Ob das Festival gegen das Urteil Berufung einlegen wird, ließ Geschäftsführer und Intendant Michael Herrmann zunächst offen. "Wir werden jetzt in Ruhe prüfen, wie wir mit dieser - für uns enttäuschenden und unverständlichen - Entscheidung umgehen", betonte er. Er finde es "schade, dass solch offensichtlich frei erfundenen und bewusst ruf- und geschäftsschädigenden Aussagen nicht der Riegel vorgeschoben wird". In diesem Jahr geht das Festival vom 24. Juni bis 2. September über die Bühne.

Von: dh mit dpa
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