Münchner sammeln Millionen für E-Flug ein

18.09.2018 - 14:00 0 Kommentare

Ein Münchner Start-Up will in sechs Jahren kommerzielle Elektroflugzeuge zur Serienreife bringen. Unterstützung kommt aus Fernost: Mit einem chinesischen Unternehmen entsteht eines der größten Kompetenzzentren für E-Fliegen.

Ab 2024 soll die E10-Maschine in Serienproduktion gehen. - © © Scylax -

Ab 2024 soll die E10-Maschine in Serienproduktion gehen. © Scylax

Das Münchner Start-Up Scylax-Aviation beziehungsweise deren Mutter, die Elektra Solar GmbH, hat am Dienstag im bayerischen Wirtschaftsministerium Verträge mit dem chinesischen Privatunternehmen China Blue Airlines in Höhe von 75 Millionen Euro unterzeichnet.

Mit der Investitionssumme will das Unternehmen weltweit die ersten kommerziellen Elektroflugzeuge zur Serienreife weiterentwickeln. Und gemeinsam mit dem chinesischen Partner soll das weltweit größte Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionszentrum für Solar- beziehungsweise Elektro-Flugzeuge in China aufgebaut werden.

"Mit der Serienproduktion wollen wir 2024 starten", so Gründer Rosario de Luca im Gespräch mit airliners.de. Rund 70 Millionen fließen dabei in die Entwicklung der beiden kommerziellen Elektromaschinen E6 und E10. Mit den restlichen 4,5 Millionen Euro übernimmt China Blue Airlines die vollumfänglichen Rechte für den chinesischen Markt der bereits fliegenden solarbetriebenen Maschinen E1 und E2.

Keine Interessenten aus Deutschland

China Blue Airlines ist der größte potenzielle Abnehmer für die beiden leisen und energiesparenden Modelle, erläutert de Luca. Aktuell gebe es keine Interessenten aus Deutschland. Seit 2011 arbeitet das Unternehmen aus München an der Idee, kommerzielle Elektroflugzeuge zu produzieren.

Planungen sehen dabei drei Phasen vor: In der ersten Phase will man in den nächsten zwei Jahren die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für das Elektra-6-Modell abwarten. Gleichzeitig wird die Elektra-10-Version weiterentwickelt. Ab 2021/22 sollen dann alle nötigen Zertifizierungen vorliegen, damit man in der dritten Phase ab 2024 die Serienproduktion starten kann.

Vielseitig einsetzbar

Die E6-Version bietet Platz für sechs Personen, wohingegen es sich beim E10-Modell um einen Zehnsitzer handelt. Beide Maschinen werden von zwei Elektromotoren angetrieben, die eine maximale Reisegeschwindigkeit von 360 Kilometern pro Stunde ermöglichen.

Die Reichweite gibt der Hersteller mit rund 1850 Kilometern an. Dank dem Einbau einer Druckkabine und Instrumentenflugregeln können die Maschinen auch in Jet-Höhe fliegen. Zum Start benötigten die Maschinen eine rund 100 Meter lange Piste.

Außerdem seien beide Modelle modular einsetzbar. So können die Maschinen mit wenig Aufwand und geringen Kosten als Cargo- oder Passagiermaschine genutzt werden. Vorstellbar sei auch eine spezielle militärische Version. Die Akkus können innerhalb von zwanzig Minuten geladen werden. Der Preis für die E6-Version gibt der Hersteller mit rund einer Million Euro an. Die größere Version ist mit 1,7 Millionen Euro fast doppelt so teuer.

Konkurrenz ist groß

Aber auch Siemens, Airbus und Boeing arbeiten an einem elektrisch betriebenen Flugzeug für die kommerzielle Luftfahrt. So haben Airbus und Siemens schon vor rund zwei Jahren ihre Zusammenarbeit auf diesem Gebiet vereinbart.

© www.siemens.com/presse, Lesen Sie auch: Siemens testet neuen Elektroantrieb für Flugzeuge

Damals hieß es, man wolle bis 2020 die technische Machbarkeit elektrischer Antriebssysteme für Maschinen nachweisen. Der US-Flugzeugbauer Boeing arbeitet an einem Hybrid-Flugzeug, das für den Start herkömmliche Triebwerke nutzt und erst in Reiseflughöhe auf elektrischen Antrieb umschaltet.

Von: br
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