Münchner Flughafen-Chef hält an dritter Startbahn fest

29.01.2015 - 11:39 0 Kommentare

Gegnern einer dritten Startbahn ist jetzt der Chef des Flughafen München, Michael Kerkloh, erneut entgegengetreten. Sie sei notwendig als Teil der Infrastruktur für die nächsten 30 Jahre.

Münchens Flughafenchef Michael Kerkloh - © © dpa - Sven Hoppe

Münchens Flughafenchef Michael Kerkloh © dpa /Sven Hoppe

Münchens Flughafen-Chef Michael Kerkloh beharrt auf der 3. Startbahn für den Airport im Erdinger Moos. "Sie ist auf jeden Fall dringend notwendig, denn wir brauchen Infrastruktur für die nächsten 30 Jahre", sagte Kerkloh der "Bild"-Zeitung und verwies darauf, dass der Bayerische Verwaltungsgerichtshof grünes Licht gegeben hat: "Wir haben Baurecht." Jetzt müsse das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision entscheiden, die von Ausbaugegnern eingereicht wurde. Danach würden sich die Flughafen-Gesellschafter wieder mit dem Thema befassen.

Den Bürgerentscheid, mit dem die Stadt München als Flughafen-Anteilseigner "Nein" zum Bau der Startbahn gesagt hatte, sieht Kerkloh nicht unbedingt als Hinderungsgrund: Damit müssten sich alle Gesellschafter, also Freistaat, Bund und Landeshauptstadt befassen. Im übrigen sei die rechtliche Bindungswirkung des Bürgerentscheids erloschen.

Kerkloh verteidigte den Plan zum Bau der Startbahn auch vor dem Hintergrund der Zahlen zu Starts und Landungen. Kritiker sagen, wegen der zurückgehenden Zahlen sei die Bahn nicht nötig. Dazu Kerkloh: "Die Trendwende zu mehr Starts und Landungen merken wir schon jetzt. Im Januar haben wir aktuell ein Prozent mehr Flugbewegungen und vier Prozent mehr Passagiere." Er zeigte sich überzeugt, dass die Mehrheit der Bürger nicht gegen eine 3. Bahn ist: "Auch in der Stadt macht sich langsam der Gedanke breit, dass man nicht alle Zukunftsfragen vertagen kann." Die "schweigende Mehrheit und die Unentschlossenen" müssten überzeugt werden.

© Flughafen München, Lesen Sie auch: München: Prozess um dritte Startbahn geht in nächste Runde

Von: dpa-AFX
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Lufthansa fordert weniger Slots für vier Airports

    Lufthansa verschärft den Ton in der Diskussion um die Verspätungsproblematik und richtet einen Appell an die Bundesregierung. Experten sehen in der Forderung andere Beweggründe als offiziell angegeben.

    Vom 28.09.2018
  • Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. Fraport-Chef Schulte reagiert auf Spohr-Vorschlag

    Lufthansa-Chef Spohr bringt als mögliche Antwort auf die Probleme im Luftverkehr eine Deckelung der Eckwerte ins Gespräch. Fraport-Chef Schulte erteilt dem eine Absage und skizziert, wann Frankfurt wie wachsen will.

    Vom 13.09.2018
  • Die Chefs der vier größten deutschen Flughäfen haben sich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Scheuer gewandt. Airport-Chefs stellen sich gegen Lufthansa-Plan

    Vor dem Luftfahrtgipfel wenden sich die Chefs der vier größten deutschen Airports in einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister. Die Forderung: Dem Lufthansa-Plan nach einer Slot-Reduzierung eine Absage erteilen.

    Vom 05.10.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus