Flughafen München will nach Rekordjahr in Infrastruktur investieren

20.03.2019 - 16:01 0 Kommentare

Nach einem neuen Verkehrsrekord meldet der Flughafen München auch ein sehr gutes Unternehmensergebnis für 2018. Jetzt rüstet sich der Airport auch ohne dritte Piste für die Zukunft.

Flughafen München - © © airliners.de - Andreas Sebayang

Flughafen München © airliners.de /Andreas Sebayang

Die Flughafen München GmbH (FMG) hat eine positive Bilanz für das Betriebsjahr 2018 gezogen: Der Anstieg der Passagierzahlen um 3,8 Prozent auf 46,3 Millionen und die damit verbundenen Erlössteigerungen im Aviation- und Non-Aviation-Geschäft hätten maßgeblich dazu beigetragen, wie die Flughafengesellschaft jetzt mitteilte.

So stieg der Umsatz im vergangenen Jahr leicht auf 1,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (Ebit) legte um 18 Millionen auf 320 Millionen Euro zu. Unterm Strich blieben dem Flughafen mit 150 Millionen Euro allerdings wegen Bilanzierungseffekten neun Millionen Euro weniger als 2017.

Der betriebliche Cashflow erhöhte sich um mehr als 80 Millionen auf 465 Millionen Euro. Bei einem Eigenkapital von über 2,2 Milliarden Euro lag die Eigenkapitalquote mit 41,3 Prozent erstmals über der 40-Prozent-Marke.

Die wirtschaftlichen Kennzahlen der Flughafen München GmbH

Foto: © FMG

"46,3 Millionen entspricht übrigens in etwa dem Passagieraufkommen, das 2018 in Summe an den Flughäfen Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Nürnberg zusammen erzielt worden ist", sagte Flughafen-Chef Michael Kerkloh bei der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen.

Angesichts des Moratoriums für eine dritte Startbahn, auf das sich die bayerische Landesregierung im Koalitionsvertrag geeinigt hatte, äußerte sich der scheidende Flughafenchef skeptisch, dass das Wachstum gehalten werden könne. Dennoch werde man weiter in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens investieren. Ziel sein, dass der Flughafen trotz steigender Passagierzahlen weiter in der Lage sei, "den Reisenden eine überzeugende Service- und Aufenthaltsqualität zu bieten."

Terminalerweiterung und Innovations-Standort

Das wichtigste laufende Ausbauvorhaben ist nach dem vorläufigen Aus für die dritte Piste in diesem Zusammenhang die Erweiterung und Modernisierung von Terminal 1. Das Terminal soll um einen Flugsteig mit Platz für bis zu zwölf Flugzeuge erweitert werden. Dabei soll unter anderem Platz für zusätzliche Gates, Lounges, Geschäfte, Restaurants und zentrale Pass- und Sicherheitskontrollen für den Non-Schengen-Verkehr entstehen. Die Hochbauarbeiten sollen 2020 beginnen.

Gleichzeitig investiert der Flughafen auch in das Non-Aviation-Geschäft. So entsteht mit dem "LabCampus" ein branchenübergreifender Innovationsstandort am Flughafen München. Das erste von vier Quartieren soll auf über 120.000 Quadratmetern Fläche Platz für rund 4.000 Beschäftigte bieten. Die ersten Gebäude sollen ab 2021 bezugsfertig sein.

Neue Langstrecken im Sommer

Mit dem neuen Sommerflugplan, der am 31. März in Kraft tritt, werden am Münchner Flughafen eine Reihe von zusätzlichen Langstreckenverbindungen angeboten. Insgesamt haben 83 Fluggesellschaften in den 30 Wochen der Sommerflugplanperiode über 250.000 Flüge zu 219 Zielen in 66 Ländern angemeldet. Mit dem Ausbau des Langstreckenverkehrs entwickelt sich der Münchner Flughafen nach Einschätzung von Kerkloh in die richtige Richtung.

Vor dem Hintergrund des Moratoriums, das gegenwärtig einen Ausbau des Start- und Landebahnsystems ausschließt, erklärte Kerkloh, dass es jetzt darum gehe, sich in der weiter zuspitzenden Engpasssituation zu behaupten. "Dabei kommt es darauf an, die Drehkreuzqualität zu stärken und insbesondere die Rolle des Münchner Flughafens als Gateway im interkontinentalen Reiseverkehr weiter zu festigen", so der Flughafenchef.

© airliners.de, Benjamin Recklies Lesen Sie auch: "Es werden nur noch Knappheiten verwaltet" Interview

Von: br mit dpa
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