Müller stellt sich auf BER-Eröffnung 2019 ein

17.07.2017 - 09:35 0 Kommentare

Noch gibt es keinen neuen Eröffnungstermin für den BER. Berlins Flughafenchef geht derzeit von 2018 aus - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) glaubt, dass es später werden könnte.

Michael Müller (SPD) ist Berlins Regierender Bürgermeister. - © © dpa - Gregor Fischer

Michael Müller (SPD) ist Berlins Regierender Bürgermeister. © dpa /Gregor Fischer

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) stellt sich darauf ein, dass der Hauptstadtflughafen BER auch erst Anfang 2019 eröffnet werden könnte. Der drittgrößte deutsche Flughafen sollte eigentlich schon vor knapp sechs Jahren in Betrieb gehen, doch die Eröffnung wurde immer wieder verschoben.

Müller sagte jetzt dem "Tagesspiegel": "Wenn mir jetzt von den Verantwortlichen gesagt wird, es kann Ende 2018 oder Anfang 2019 sein, muss ich das akzeptieren und sehen, wo Dinge noch beschleunigt und optimiert werden können." In einem gemeinsamen Interview mit seinem brandenburgischen Amtskollegen Dietmar Woidke (SPD) fügte er hinzu: "Glauben Sie mir, lustig finde ich das nicht."

Derzeit gibt es keinen genauen Eröffnungstermin. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup geht davon aus, dass der neue Hauptstadtflughafen 2018 in Betrieb gehen kann.

BER soll zu Ende gebaut werden

Beide Länderchefs betonten, sie wollten trotz der anhaltenden Probleme beim Brandschutz und der steigenden Kosten den BER auf jeden Fall zu Ende bauen. "Nein, der BER muss endlich fertig werden", sagte Woidke. "Wir reden schließlich nicht über eine Mondlandung, sondern über die Eröffnung eines Flughafens."

Zur derzeit umstrittenen Frage, ob man angesichts von absehbaren Kapazitätsproblemen am BER den Berliner Flughafen Tegel doch offenhalten sollte, sagten beide SPD-Politiker, Tegel müsse schließen. FDP und CDU in Berlin, die sich für einen Weiterbetrieb einsetzen, warf Woidke einen "populistischen Wahlkampf" vor. "Und Bundesverkehrsminister Dobrindt hängt sich ganz billig dran."

© dpa, Jörg Carstensen Lesen Sie auch: Bundesregierung teilt Dobrindts Meinung zu Airport Tegel nicht

Der CSU-Politiker hatte sich jüngst erstmals dafür ausgesprochen, Tegel nach Eröffnung des BER weiter zu betreiben. "Der BER bekommt ein Kapazitätsproblem", so Dobrindt. "Hauptstädte mit mehr als einem Flughafen sind keine Seltenheit. Darüber nachzudenken ist auch für Berlin sinnvoll." Am 24. September - parallel zur Bundestagswahl - gibt es in Berlin einen Volksentscheid über die Offenhaltung Tegels.

Flughafenbetreiber gehen von weniger Passagieren aus

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung darüber informiert, wie die ansteigenden Passagierzahlen in Berlin künftig abgefertigt werden sollen. Dabei wurde nach Angaben eines Flughafensprechers von 55 Millionen Passagieren bis 2040 ausgegangen. Der Flughafenchef will vor dem Terminal nach Bedarf in fünf Schritten einfache Ergänzungsbauten an Standorten hochziehen, die bislang für Parkhäuser vorgesehen waren.

Die Flughafengesellschaft rechnet damit, dass die Passagierzahlen an den Berliner Airports in diesem Jahr weniger stark wachsen als zuletzt. Lütke Daldrup erwartet in Tegel und Schönefeld insgesamt rund 34 Millionen Fluggäste nach knapp 33 Millionen im Vorjahr.

Von: ch, dpa-AFX
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