MTU startet Serienmontage für A320neo-Triebwerke

21.10.2016 - 09:59 0 Kommentare

Der Münchner Triebwerkshersteller MTU hat die Serienmontage für den A320neo-Antrieb von Pratt & Whitney offiziell eröffnet. Inzwischen ist auch ein zweiter Triebwerkstyp zugelassen worden - dieser kommt jedoch von der Konkurrenz.

Bei der Eröffnung der MTU-Serienmontage war auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) dabei. - © © MTU -

Bei der Eröffnung der MTU-Serienmontage war auch Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) dabei. © MTU

Mit einem Festakt ist jetzt die neue Serienmontage für den A320neo-Antrieb am MTU-Hauptstandort in München eröffnet worden. Gleichzeitig habe MTU Aero Engines das erste Serientriebwerk vom Typ Pratt & Whitney PurePower PW1100G-JM endmontiert und an Airbus ausgeliefert, teilte das Unternehmen mit.

Rund 15 Millionen Euro seien in die neue Montagelinie investiert worden, sagte Rainer Martens, Technik-Vorstand der MTU. Durch die Getriebefan-Triebwerke werde sich die Produktion binnen fünf Jahren von 2000 auf 4000 Stück verdoppeln. Laut MTU-Angaben ist München einer von weltweit drei Standorten, der diesen A320neo-Antrieb endmontiert.

Mehrere Triebwerke könne parallel bearbeitet werden

Die PW1100G-JM-Linie soll bis Ende 2018 komplett hochgefahren werden, hieß es. Dann werden dort rund 100 Mitarbeiter im Sechs-Tage-Mehr-Schicht-Betrieb beschäftigt sein. Diese miteingerechnet arbeiten dann insgesamt rund 400 Personen bei der MTU in der Produktion des PW1100G-JM-Programms.

In der Endmontagelinie wird mithilfe eines fließbandähnlichen Systems an sechs Montagestationen gearbeitet, an denen vormontierte Komponenten und Module zusammengebaut werden. So lassen sich parallel mehrere Triebwerke in unterschiedlichen Montagezuständen bearbeiten.

Zweiter Triebwerkstyp sorgt für Konkurrenz

Vor fünf Jahren hatte sich MTU einen Programmanteil von 18 Prozent an dem Getriebefanantrieb von Pratt & Whitney für die A320neo ("new engine option") gesichert. Das Airbus-Modell soll 15 Prozent weniger Sprit verbrauchen, mehr Reichweite haben und leiser sein als ihre Vorgängerin.

© Airbus, Fixion Hintergrund: Airbus setzt auf die A320neo

Die A320neo ist bei Airbus sehr gefragt - allein die Lufthansa Group hat mehr als 100 davon bestellt. Die Kühlung der Triebwerke von Pratt & Whitney hatte zunächst jedoch Probleme verursacht. Das hatte zum Beispiel auch bei der Lufthansa für Verzögerungen gesorgt.

Inzwischen haben die Luftfahrt-Behörden der EU und der USA auch einen zweiten Triebwerkstyp für die A320neo zugelassen. Es handelt sich dabei um das Leap-Triebwerk des französisch-amerikanischen Herstellers CFM. Fluggesellschaften können beim Kauf des Mittelstreckenjets wählen, ob er mit dem Antrieb von Pratt & Whitney oder mit dem von CFM ausgestattet werden soll.

© dpa, Peter Steffen Lesen Sie auch: Trotz Airbus-Ärger: MTU erwartet mehr Umsatz und Gewinn

Von: ch
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