Suche nach Hauptaktionär

MTU prüft Joint-Venture mit AVIC

27.11.2009 - 11:39 0 Kommentare

MTU und die chinesische AVIC haben eine Absichtserklärung zur Gründung eines Joint-Ventures unterzeichnet. Das gemeinsame Unternehmen soll Triebwerke für in China hergestellte Flugzeuge entwickeln. Daheim wappnet sich das Unternehmen gegen eine mögliche feindliche Übernahme.

MTU-Firmenzentrale München - © © MTU -

MTU-Firmenzentrale München © MTU

Der Münchener Triebwerksbauer MTU rechnet ab Mitte 2010 wieder mit einer Erholung in der Luftfahrtbranche. Vor allem von den Wachstumsmärkten wie Asien und dem Nahen Osten verspricht sich das Unternehmen in den kommenden Jahren eine steigende Nachfrage nach Flugzeugen und Triebwerken und will deshalb mit dem chinesischen Triebwerkshersteller AVIC Commercial Aircraft Engine Co. zusammenarbeiten. Eine jetzt unterzeichnete Absichtserklärung soll mittelfristig zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens führen, das Triebwerke für in China gebaute Flugzeuge entwickelt.

"China holt sich das Know-how herein und gibt den Partnern Gelegenheit, am Marktwachstum zu partizipieren", sagte MTU-Chef Egon Behle am Donnerstagabend vor Journalisten in München. In den nächsten 20 Jahren gebe es in China voraussichtlich Bedarf an 4.000 neuen Flugzeugen. "Daran werden wir maßgeblich beteiligt sein", zeigte sich Behle sicher.

Wann und ob das Joint Venture mit AVIC tatsächlich gegründet wird, ist allerdings noch offen. Eine Studie soll bis Ende 2010 bewerten, wie ein zukunftsfähiges chinesisches Triebwerksunternehmen strukturiert sein sollte und über welche Technologien künftige Triebwerke für den dortigen Markt verfügen müssen.

MTU ist in China bereits mit einer Wartungseinheit für Triebwerke präsent, die es zusammen mit China Southern Airlines betreibt. Die dortige Werkstattfläche wird derzeit auf das Anderthalbfache vergrößert.

Suche nach Hauptaktionär

Unterdessen versucht sich der Triebwerksbauer gegen eine mögliche feindliche Übernahme, zum Beispiel aus dem Ausland, zu rüsten. Dazu schaut sich der Vorstand nach einem möglichen Ankeraktionär um, denn bislang befinden sich die Aktien von MTU komplett im Streubesitz. Ein solcher Ankeraktionär sollte einen deutlich zweistelligen Anteil übernehmen.

Behle halte es für wünschenswert, binnen zwei Jahren eine Lösung zu haben. Welche Art Investor bei MTU einsteigen sollte, ließ der Vorstandschef offen. Ein Finanzinvestor stehe jedenfalls nicht auf der Wunschliste. Einer Übernahme aus dem Ausland müsste nach dem Außenwirtschaftsgesetz der Bund zustimmen.

Umgekehrt würde sich MTU gern ein anderes Unternehmen aus dem Triebwerksbau einverleiben. Eine Übernahme in der Größenordnung von 500 Millionen bis 1 Milliarde Euro hält Behle durchaus für realistisch, wenn die Bedingungen stimmen.

Keine Schrammen aus der Wirtschaftskrise

MTU ist bislang weitgehend ohne Schrammen durch die Wirtschaftskrise gekommen, die vielen Fluggesellschaften schwer zu schaffen macht. Der Umsatz des Triebwerksbauers soll in diesem Jahr zwar von 2,7 auf 2,6 Milliarden Euro schrumpfen. Behle bekräftigte allerdings das Ziel, 2009 einen operativen Gewinn (bereinigtes EBIT) von 290 Millionen und einen Überschuss von 140 Millionen Euro einzufahren.

Für das kommende Jahr wagte er noch keine konkrete Prognose. Er rechne allerdings keineswegs damit, dass der Umsatz weiter zurückgehe. Auch Arbeitsplätze will MTU nicht abbauen. Bislang hat das Unternehmen lediglich den Einsatz von Leiharbeitern zurückgefahren.

Das kommende Jahr wird nach Einschätzung des MTU-Chefs ein weiteres schwieriges Jahr für die Branche. Eine Erholung erwartet er ab dem zweiten Halbjahr, mit einem richtigen Aufschwung rechnet er "fest" ab 2011. MTU sei mit seiner spritsparenden Triebwerkstechnik gut gerüstet, davon zu profitieren, betonte der Vorstandschef.

Von: airliners.de mit dpa-AFX
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