Ausblick

MTU auf Kurs zum Jahresziel

19.10.2012 - 17:28 0 Kommentare

Der Triebwerksbauer MTU hat nach Analysteneinschätzung im dritten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn verzeichnet. Wesentlichen Anteil daran dürfte das Engagement beim V2500-Triebwerk haben.

Wartung eines V2500-Triebwerks bei MTU Maintenance Hannover - © © MTU -

Wartung eines V2500-Triebwerks bei MTU Maintenance Hannover © MTU

Der Münchner Triebwerksbauer MTU hat im dritten Quartal voraussichtlich deutliche Sprünge bei Umsatz und Gewinn hingelegt. Neben dem verstärkten Engagement beim Antrieb des Airbus A320 dürften auch die wachsenden Produktionszahlen des "Dreamliners" von Boeing und ein boomendes Wartungsgeschäft die Erlöse in die Höhe getrieben haben. Experten erwarten, dass das MDax-Unternehmen seine Ziele für 2012 daher locker erreicht. MTU will seine Quartalszahlen am Dienstag (23. Oktober) vorlegen.

Für die Zeit von Juli bis September rechnen die sechs von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten im Schnitt mit einem Umsatz von 876 Millionen Euro, rund 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (bereinigtes EBIT) dürfte um 16 Prozent auf 94 Millionen Euro gestiegen sein. Für den um Kaufpreisallokation und Währungseffekte bereinigten Überschuss erwarten die Experten ein Plus von acht Prozent auf 53 Millionen Euro.

Zu dem Umsatzplus dürfte wesentlich das seit Juli verstärkte Engagement beim Airbus-Antrieb V2500 beigetragen haben. MTU hatte seinen Anteil am Konsortium IAE, das das Triebwerk für den Airbus-Kassenschlager A320 fertigt, von 11 auf 16 Prozent aufgestockt. Der Antrieb gilt bei den Münchnern als absatzstärkstes Produkt. Die Analysten der Commerzbank erwarten, dass der Quartalsumsatz alleine durch die Anteilsaufstockung um rund 50 Millionen Euro gewachsen ist.

Nennenswerten Gewinn erwartet die MTU-Spitze von dem Schritt in diesem Jahr allerdings noch nicht. Weil der Umsatz voraussichtlich stärker wuchs als der operative Gewinn, dürfte die bereinigte EBIT-Marge gesunken sein. MTU ist auch bei dem Triebwerk für die spritsparende Neuauflage Airbus A320neo im Geschäft: Die Münchner bauen an dem PW1100G des US-Unternehmens Pratt & Whitney mit, das als einer von zwei Antrieben für die "neo" zur Auswahl steht.

Nach Ansicht der Analysten von Deutscher Bank und Commerzbank läuft es auch bei der Flugzeugwartung gut. "Das Wartungsgeschäft dürfte die Wachstumsraten der Fluglinien im Passagiergeschäft weiterhin übertreffen", schätzen die Commerzbank-Experten. Im Sommer hatte MTU die Frachtfluggesellschaft AeroLogic, das Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo und Deutscher Post, als neuen Großkunden gewonnen.

Deutsche-Bank-Analyst Benjamin Fidler erwartet trotz der guten Aussichten nicht, dass die MTU-Spitze die Prognosen für das laufende Jahr erneut anhebt. Seit Juli rechnet die Konzernführung um Vorstandschef Egon Behle mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT soll 370 Millionen Euro erreichen, der bereinigte Konzernüberschuss auf 225 Millionen Euro klettern. Fidler erwartet allerdings, dass der Triebwerksbauer seine selbst gesetzten Marken übertrifft.

Von: dpa-AFX
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