SuperJet und Satelliten

Moskauer Luftfahrtmesse MAKS vor dem Start

17.08.2009 - 17:25 0 Kommentare

Alle zwei Jahre öffnet auf einem Flugfeld der Stadt Schukowski bei Moskau die Fachmesse MAKS, die größte russische Luft- und Raumfahrtmesse, für sechs Tage ihre Pforten. Mit dabei ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Formationsflug auf der MAKS 2007 - © © MAKS -

Formationsflug auf der MAKS 2007 © MAKS

Ob russische Leichtflugzeuge in moderner Karbonfaser-Bauweise, Weltraumtechnik aus Deutschland oder neue Helikopter aus China - längst hat sich die Moskauer Luftfahrtmesse MAKS aus Expertensicht unter den fünf wichtigsten Ausstellungen ihrer Art weltweit etabliert. Gastgeber Russland nutzt die MAKS auch zum militärischen Muskelspiel, beispielsweise mit der Präsentation strategischer Bomber. Regierungschef Wladimir Putin lässt es sich nicht nehmen, die Messe zu eröffnen.

Mit Spannung erwartet die Fachwelt unter anderem, wie es mit dem Mittelstreckenflugzeug Suchoi SuperJet-100 weitergehen soll. Zwar wurde dieses erste seit dem Ende der Sowjetunion neuentwickelte Passagierflugzeug Russlands bereits im Juni bei der Luftfahrtmesse in Paris-Le Bourget präsentiert. Es gilt aber als unklar, ob tatsächlich jährlich bis zu 70 Maschinen des Typs in der Stadt Komsomolsk am Amur, rund 7000 Kilometer östlich von Moskau, produziert werden können.

Überschattet wird die Messe vom Zusammenstoß zweier Kampfjets am vergangenen Sonntag, als einer der Piloten ums Leben kam. Die Staffel «Russkije Witjasi» («Russische Recken») hatte für die Eröffnungsfeier waghalsige Manöver trainiert. Sie sagte am Montag ihre Teilnahme ab.

Bereits zum dritten Mal beteiligt sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an dem Aerosalon. Russland sei einer der wichtigsten Kooperationspartner der Organisation, unterstreicht DLR- Vorstandschef Johann-Dietrich Wörner. Sein Sprecher Andreas Schütz meint, der Weg auf den russischen Markt führe über Schukowski. Auch für Zulieferbetriebe der Sparte Satellitentechnik ist die MAKS Pflicht.

Besucher auf der Moskauer Luftfahrtmesse MAKS 2007, © MAKS

Nach Informationen der russischen Zeitung «Kommersant» könnte an dem rund 100 Quadratmeter großen deutschen Gemeinschaftsstand eine neue Ära in der Zusammenarbeit bei der Weltraumforschung beginnen. Am vergangenen Freitag seien beim Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kremlchef Dmitri Medwedew im Schwarzmeer-Ort Sotschi auch gemeinsame Projekte wie der Bau von Triebwerken und medizinischen Geräten für die Raumfahrt erörtert worden, berichtet das Blatt. Die Gespräche, an denen der deutsche Triebwerkhersteller MTU (München) und das Moskauer Handelsministerium beteiligt seien, könnten in Schukowski fortgesetzt werden.

Doch die Krise hinterlasse bei der Messe Spuren, zitiert «Kommersant» den Industrieminister Viktor Christenko. Zwar hoffe man in diesem Jahr darauf, den Rekord von einer halben Million Besuchern zu übertreffen. Im Vergleich zu 2007 sei die Zahl der Aussteller aber um mehrere Dutzend auf 711 gesunken, darunter etwa 250 Unternehmen aus dem Ausland. Auch der Abschluss aufsehenerregender Verträge sei kaum zu erwarten. Man rechne zudem mit 15 Prozent weniger Gewinn, sagte der Sprecher der Veranstalter, Boris Rybak. Vor zwei Jahren spülte die MAKS elf Millionen Euro in die Kassen der Organisatoren.

Von: Wolfgang Jung, dpa
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