Lauda Motion fliegt auch mit ehemaligen Eurowings-Maschinen

06.03.2018 - 12:04 0 Kommentare

Elf statt 15: Ende März will Airline-Gründer Lauda mit Lauda Motion wieder abheben; ein internes Papier gibt Auskunft über die Flotte von Lauda Motion. Mit dabei sind auch ehemalige Eurowings-Maschinen.

Airline-Gründer Niki Lauda in einer Maschine

Airline-Gründer Niki Lauda in einer Maschine "seiner" Niki. © dpa /Barbara Gindl

Ursprünglich wollte Niki Lauda seine Lauda Motion mit 15 Flugzeugen in die Luft bringen, dann war die Rede von 14, jetzt sind es elf. Dies geht aus einer Flottenübersicht des neuen österreichischen Carriers hervor, die airliners.de vorliegt.

Demnach handelt es sich bei den Maschinen um fünf Flugzeuge des Typs A320 und sechs A321. Die Maschinen wurden alle zuletzt von der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki betrieben. Alle Flugzeuge sind geleast.

Lauda-Motion-
Kennung
bisherige
Kennung
Construction
Number
ausgeliefert an ...
(Zeitpunkt)
OE-LOD D-ABHO 3908 TAM Linhas Aéreas (2009)
OE-LOC D-ABFC 4161 Air Berlin (2010)
OE-LOG HB-IOP 4187 Belair (2010)
OE-LOE D-ABFE 4269 Air Berlin (2010)
OE-LOF D-ABFF 4329 Air Berlin (2010)
OE-LCG D-ABCG 1988 Air Jamaica (2003)
OE-LES N/A 3504 Niki (2008)
OE-LCJ D-ABCJ 5126 Air Berlin (2012)
OE-LCK D-ABCK 5133 Air Berlin (2012)
OE-LCS D-ALSB 1994 LTU (2003)
OE-LCD D-ALSC 2005 LTU (2003)

Quelle: Lauda Motion, ch-aviation

Pikant dabei: Zwei Flugzeuge kommen nachweislich aus dem Bestand von Eurowings, da die Maschinen im vergangenen Herbst unter dem Flugcode der Lufthansa-Low-Cost-Tochter abhoben.

Ursprünglich hatte der Kranich-Konzern Niki für ihre Tochter Eurowings übernehmen wollen. Dies scheiterte jedoch am Widerstand der europäischen Kartellbehörden. Um Niki attraktiv zu halten, pumpte Lufthansa damals wöchentlich rund zehn Millionen Euro in den Ferienflieger. Unter anderem kaufte der Kranich-Konzern tausende Tickets bei Niki.

Streit über Herkunft der Maschinen

Auch sicherte sich Lufthansa kurz nach der Air-Berlin-Pleite für 1,5 Milliarden Euro Flugzeuge von unter anderem Air Berlin und Niki. Die EU-Kommission machte allerdings die Auflage, dass Lufthansa die Maschinen zu marktüblichen Konditionen an einen eventuellen neuen Niki-Eigentümer weitervermieten müsse.

Dagegen wehrte sich der Kranich gerichtlich. Eurowings-Geschäftsführer Oliver Wagner sagte kurz danach, dass der Billigflieger einige ehemalige Niki-Maschinen an Lauda abgeben werde.

Medien: Wet-Lease für Eurowings

Lauda Motion soll Ende März als Ferienflieger wieder abheben. Unklar ist allerdings noch, wie der Vertrieb der Kapazitäten im Einzelnen funktioniert. Fünf Maschinen befüllt Condor; mit der Thomas-Cook-Airline hat Lauda eine Vertriebskooperation für fünf Abflughäfen aufgelegt.

Lauda Motion startet in der Schweiz für Condor

Condor und Lauda Motion weiten ihre Kooperation aus: Auch auf dem Schweizer Markt wird Condor Flüge von Niki Laudas Airline vermarkten. Zwei weitere Flugzeuge von Lauda Motion will die Thomas-Cook-Airline so im Sommer füllen. Von Zürich aus gibt es 30 Flüge wöchentlich zu neun Ferienzielen, von Basel aus neun Flüge zu zwei Zielen.
Für den deutschen Markt haben die beiden Airlines bereits Mitte Februar eine Vertriebskooperation bekannt gegeben. Dabei geht es um die Vermarktung von drei Lauda-Motion-Jets, die in Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart starten. (pra)

Auch sollen laut eines Interviews Laudas drei A319-Maschinen im Wet-Lease für Eurowings betrieben werden. Dort will man die Aussagen allerdings nicht bestätigen.

Die Flugzeuge der Lauda Motion werden erst einmal in ihrer bisherigen Lackierung an Flughäfen und Himmel zu sehen sein. Denn die Maschinen werden erst im Herbst neu bemalt.

Lauda Motion hat den Iata-Code OE und soll Basen an den Flughäfen Düsseldorf, München, Stuttgart, Wien und Zürich betreiben. Zuletzt gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Laudas neuer Airline:

© dpa, Barbara Gindl Lesen Sie auch: Lauda setzt wohl doch wieder auf Leiharbeiter

Von: cs
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