Ministerin plant zweiten "Gipfel" noch im November

25.10.2018 - 15:03 0 Kommentare

Auf Drängen der Verbraucherschützer setzt sich SPD-Ministerin Barley für einen zweiten Luftverkehrsgipfel ein - "noch im November". Ob auch Gewerkschaften teilnehmen werden, ist laut Ministerium noch nicht entschieden. Diese kritisieren das.

Katharina Barley. - © © PR  -

Katharina Barley. © PR

Das Bundesjustizministerium plant in Kooperation mit dem Bundesverkehrsministerium einen zweiten Luftverkehrsgipfel mit Airlines, Airports und der Politik. Im Fokus sollen Verbraucherschützer stehen, bestätigte eine Sprecherin Aussagen von SPD-Ministerin Katharina Barley.

Wir brauchen noch im November dringen ein Treffen mit allen relevanten Akteuren.

Katharina Barley, Bundesministerin der Justiz und des Verbraucherschutzes (SPD) zum "Handelsblatt"

Ob bei diesem Gipfel neben den Arbeitgebern auch Vertreter der Arbeitnehmer mit am Tisch sitzen würden, konnte das Bundesjustizministerium auf Nachfrage nicht sagen. "Wir sind derzeit noch in der Planung, daher gibt es noch keine Einzelheiten zu den Teilnehmern", so die Sprecherin. Das ebenfalls beteiligte Bundesverkehrsministerium war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Gewerkschaften kritisieren, dass sie offenbar erneut nicht eingeplant werden. "Auch ein dritter, vierter oder fünfter Gipfel, ohne die Spitzen der Arbeitnehmervertreter macht aus diesem bestenfalls ein Hochplateau" ,konstatiert Ufo-Chef Nicoley Baublies im Gespräch mit airliners.de. "Die Arbeitnehmer müssen in diesem völligen Chaos unbedingt involviert werden, damit es eine tragfähige Lösung geben kann."

Erster Gipfel beschloss 24 Punkte

Anfang Oktober kamen Branchenvertreter und Politiker schon einmal in Hamburg zusammen, um über die Probleme im europäischen Luftverkehr in diesem Sommer zu sprechen. Unter anderem Lufthansa-Chef Carsten Spohr, Fraport-Lenker Stefan Schulte, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) einigten sich auf Maßnahmen, die ein Chaos wie zuletzt in Zukunft verhindern sollen.

© airliners.de, Lesen Sie auch: Das wurde auf dem Luftfahrtgipfel beschlossen Überblick

Konkret geht es um 24 Maßnahmen, wie der Forderung, dass mehr Flugverkehr auf die Schiene verlegt und zur Entlastung des oberen Flugraums auch tiefer geflogen werden darf. Lufthansa Billigflieger Eurowings hatte ihrerseits - wie alle Teilnehmer - zugesagt, mehrere Punkte umzusetzen.

Ryanair durfte nicht teilnehmen

Mehrere Teilnehmer wie der Regierungskoordinator für Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek (CDU), lobten das Gespräch im Grundsatz zwar. Mahnten allerdings auch, dass "jeder nun ein Paket Hausaufgaben zu erledigen" hätte. Auch Lufthansa mahnte jüngst noch einmal zur Eile.

Allerdings gab es auch deutlich kritischere Töne. So prangerte neben den Gewerkschaften unter anderem auch Ryanair an, dass sie nicht eingeladen war. Airline-Chef Michael O'Leary sagte kürzlich im Interview mit unserer Redaktion: "Als wir fragten, ob wir trotzdem teilnehmen dürften, hieß es nur, dass wir ja nicht Deutsch wären."

© dpa, Jasper Jacobs Lesen Sie auch: "Viele Airlines werden den Winter nicht überleben" Interview mit Ryanair-Chef O'Leary

Von: cs
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