Minister lobt Lufthansa-Angebot für Alitalia

13.04.2018 - 13:29 0 Kommentare

Drei Bieter für die insolvente Alitalia sind jetzt im Rennen. Italiens Wirtschaftsminister Calenda bevorzugt wohl das Angebot von Lufthansa - obwohl Tausende Jobs entfallen sollen. Doch eine Entscheidung könnte noch mehr als sechs Monate dauern.

Carlo Calenda ist Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung. - © © Ministerium -

Carlo Calenda ist Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung. © Ministerium

Im Bieterverfahren um die Fluggesellschaft Alitalia gibt Italiens Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, offenbar der Lufthansa Group den Vorzug. Der Konzern habe das beste Angebot vorgelegt, aber es sei "noch nicht zufriedenstellend", sagte Calenda dem Fernsehsender RAI.

Bereits am Mittwoch hatte der Minister offiziell mitgeteilt, eines der drei Angebote umfasse "konkrete Fortschritte in Bezug auf Strecken und Personal", ohne Lufthansa zu benennen.

Lufthansa will Stellen streichen

Die Lufthansa Group hatte nach eigenen Angaben "ein Dokument eingereicht", in dem Ideen "für eine restrukturierte 'New Alitalia'" skizziert würden. Auf dieser Basis könne man sich weitere Gespräche vorstellen. Laut der Nachrichtenagentur APA sieht der Vorschlag vor, dass die Hälfte der Stellen bei Alitalia entfallen soll, also 4000 Arbeitsplätze. Seit dem Herbst 2017 hat der Lufthansa-Konzern mehrfach erklärt, ohne voherige Umstrukturierung und Verschlankung habe man kein Interesse an der Übernahme von Alitalia.

Calenda erklärte nun, es werde bei der Restrukturierung von Alitalia "auf jeden Fall" einen Abbau von Arbeitsplätzen geben. Man könne sie aber durch Verhandlungen weiter begrenzen.

Allerdings sieht er keine Möglichkeit, den Verkauf rasch voranzubringen. Derzeit sei eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen "undenkbar", so der derzeit nur geschäftsführende Minister, "auch weil der Käufer auf die neue Regierung warten möchte".

Weitere sechs Monate Aufschub

Sechs Wochen nach den Parlamentswahlen ist eine Regierungsbildung in Italien immer noch nicht absehbar. Calenda kündigte daher an, der Abschluss des Verkaufsverfahren werde um sechs Monate verschoben.

Ein entsprechendes Dekret soll kommende Woche erlassen werden. Bislang war der Termin offiziell für Ende April vorgesehen. Auch für die Rückzahlung des staatlichen Überbrückungskredits für Alitalia soll es einen Aufschub geben.

Von: pra
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