Minister: Alitalia soll zu 51 Prozent italienisch bleiben

19.07.2018 - 17:00 0 Kommentare

Der italienische Staat könnte sich noch stärker bei Alitalia engagieren als bislang erwartet, legt Verkehrsminister Toninelli nahe. Ausländische Unternehmen sollen wohl nur eine Minderheitsbeteiligung bekommen.

A320 von Alitalia - © © AirTeamImages.com - Simone Ciaralli

A320 von Alitalia © AirTeamImages.com /Simone Ciaralli

In Italien kochen erneut Spekulationen über die Zukunft der insolventen Fluggesellschaft Alitalia hoch. Dafür sorgte Verkehrsminister Danilo Toninelli am Mittwoch mit einigen markanten Äußerungen. Der "italienische Charakter" der Airline sei "fundamental", betonte der Minister laut Presseberichten.

Man werde die Airline zu einem "nationalen Unternehmen" machen "mit 51 Prozent für Italien und einem Partner, der sie zum Fliegen bringt", sagte er laut "La Stampa". Die Zeitung titelte daraufhin "Zurück in die Zukunft mit 51 Prozent beim Staat."

Mehrheit der Anteile soll in Italien bleiben

Gegenüber dem Nachrichtensender "Rainews" formuliert es Toninelli etwas anders: "Wir schaffen es, Alitalia zu retten, indem wir 51 Prozent in Italien behalten", und er fügte hinzu: "Die Investoren werden die Mission haben, die Flugzeuge fliegen zu lassen und nichts Anderes."

Eine wahrscheinliche Option für den Verbleib der Anteile in Italien sei tatsächlich eine staatliche Lösung, berichtete der "Corriere della Sera". Zwei öffentliche Institutionen könnten je die Hälfte der 51 Prozent übernehmen: die Investitionsbank CDP und die Agentur für Wirtschaftsförderung Invitalia.

Neue Regierung ist kritisch gegenüber Investoren

Mit den jüngsten Äußerung wird erneut deutlich: Italiens populistische Regierung will den Einfluss ausländischer Käufer auf die nationale Fluggesellschaft eindämmen. Matteo Salvini, Chef der rechten Lega, hatte schon bei der Regierungsbildung angekündigt, eventuell werde der Staat einspringen, um einen Ausverkauf von Alitalia zu verhindern.

Gleichwohl signalisierte Vizepremier Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, am Mittwoch auch wieder Gesprächsbereitschaft gegenüber möglichen Käufern. "Ich werde mich persönlich mit allen internationalen Akteuren dafür einsetzen, eine Zukunft für die Firma Alitalia zu finden", sagte er vor dem Parlament.

Lufthansa bleibt wichtigster Interessent

Kaufinteressenten sind derzeit Lufthansa und Easyjet, laut Presseberichten sondierte auch der Billigflieger Wizz Air den Erwerb von Alitalia-Teilen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr bekräftigte zuletzt Ende Juni in einem Brief an Di Maio das strategische Interesse seines Konzerns an der zahlungsunfähigen Airline. Voraussetzung für einen Einstieg der Lufthansa Group soll allerdings eine grundlegende Umstrukturierung der Alitalia sein.

Als ausländischer Investor hatte sich zuletzt die Etihad Group mit einer Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent bei der italienischen Fluggesellschaft eingekauft. Der Golf-Carrier verweigerte aber im vergangenen Jahr wie bei Air Berlin weitere Zuschüsse, nachdem eine Sanierung der Alitalia gescheitert war.

Von: pra
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