Digital Passenger (27) ( Gastautor werden )

Kleine Monitore mit großem Potenzial

27.03.2018 - 08:10 0 Kommentare

Der erste CS300-Flug für unseren "Digital Passenger" Andreas Sebayang bringt eine kleine Überraschung: Die Mini-Monitore über den Sitzen sind echt praktisch - und könnten noch viel mehr.

Ein kleiner Monitor für jede Reihe. - © © Andreas Sebayang - Andreas Sebayang

Ein kleiner Monitor für jede Reihe. © Andreas Sebayang /Andreas Sebayang

Es gibt Maschinentypen, die erlebt man auch als Vielflieger mit vielen unterschiedlichen Zielen nicht so schnell. Bombardiers noch relativ neue CSeries ist so ein Exot. Doch nach dem vergangenen Mobile World Congress in Barcelona war es nun endlich auch mal für mich so weit.

Und dabei offenbarten sich mir mehrere kleine Überraschungen. Denn die gar nicht mal so kleine CS300 hat über jeder Reihe je Seite des Gangs einen kleinen Monitor in der Größe eines Smartphones. So um die fünf bis sechs Zoll dürften es sein, die unter den Gepäckablagen installiert von der Decke strahlen.

Im Unterschied zu den Airbus-Mini-Monitoren, die nur als Symbol-Anzeige etwa für das Anschnallzeichen verwendet werden, sind diese in der Swiss-Maschine installierten Displays, als Teil der Passenger Service Units, als richtige Anzeigemonitore definiert. Also für all das, was oft auf den motorisiert herunterfahrenden Monitoren angezeigt wird, wenn ein Flugzeug kein Unterhaltungssystem im Sitz hat.

Mehr Effizienz, bessere Erkennbarkeit

Einer der Vorteile ist klar: Das Personal muss nicht die üblichen Sicherheitsdemonstrationen durchführen, die in monitorlosen Flugzeugen notwendig sind. Das Sicherheitsvideo ist zudem aus jeder Reihe gut erkennbar und die Bildqualität gut.

Für Fluggesellschaften dürfte der Mini-Monitor zudem ein interessanter Kostenaspekt sein. Denn die Kurzstrecke rechtfertigt eigentlich kein Unterhaltungssystem in jedem Sitzrücken. Und gegen die ausklappbaren Monitore in der Decke spricht die Mechanik und schlechtere Erkennbarkeit im Vergleich zu den Passenger Service Units. Zudem werden diese bei Start und Landung weggeklappt.

Leider liegt - zumindest bei Swiss - restliches Potenzial noch brach. Die Mini-Monitore wurden nämlich während meines Flugs nicht ausgeschaltet. Stattdessen zeigte der Monitor schwarz. Das heißt, die Hintergrundbeleuchtung bleibt in voller Kraft an während das LCD versucht, das Licht zu blockieren. Wenn die Monitore schon so tun, als wären sie dunkel, dass sollten sie auch komplett ausgeschaltet werden.

Lieber wäre mir natürlich, wenn Informationen während des Flugs angezeigt würden. Es gibt auch Berichte darüber, dass die Maschine eine Kartenansicht auf den kleinen Monitoren darstellen kann und etwa die Restflugzeit zeigt. Bei mir war die Funktion anscheinend einfach während dieses einen Fluges kaputt. Da hatte ich wohl Pech

© airliners.de, Andreas Sebayang, Lesen Sie auch: Apple muss den Flugmodus reparieren! Digital Passenger (24)

Insgesamt ist die Idee der Mini-Monitore aber gut, und ich wünsche mir eine größere Verbreitung - auch in anderen Flugzeugen. Sie nehmen kaum Platz weg, erhöhen die Verständlichkeit für Fluggäste und man stößt sich auch nicht den Kopf daran. Potenziell sind auch Vorteile bei der Wartung vorstellbar, da die Mechanik fehlt. Allerdings müssen erheblich mehr Monitore verbaut werden, weil sie so klein sind. Trotzdem: Für Kurzstreckenflieger ist das ein idealer Einsatz moderner Technik.

Über den Autor

In seiner Reihe "Digital Passenger" kommentiert Technik-Journalist Andreas Sebayang auf airliners.de den digitalen Wandel in der Luftverkehrswirtschaft.

Andreas Sebayang ist der Digital Passenger, Foto: Sebastian KuhbachAndreas Sebayang ist als Hardware-Journalist regelmäßig für die Berliner IT-Nachrichtenseite Golem.de mit dem Flugzeug in der ganzen Welt unterwegs. Seine Erlebnisse als Vielflieger dokumentiert er auch auf seinem Twitter-Account. Kontakt: digital-passenger@airliners.de

Von: Andreas Sebayang für airliners.de
( Gastautor werden )
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  •  Spiegelnde Monitore gehören nicht ins Flugzeug

    Digital Passenger (28) Spiegelende Monitore beim Inflight-Entertainment-System sind ein großes Ärgernis, findet unser Digital Passenger Andreas Sebayang. Dabei gibt es eine Lösung, die auch gleich die Fingerabdrücke verschwinden lässt.

    Vom 08.06.2018
  • Das Electronic Luggage Tag am Rimowa-Koffer ist gut lesbar angebracht. Rimowas Electronic Luggage Tag ist am Ende

    Auch wenn es nicht offiziell ist: Rimowas E-Gepäckanhänger ist zwei Jahre nach seiner Einführung schon wieder Geschichte. Hersteller und Produktionspartner halten sich beim Thema bedeckt. airliners.de zeichnet den Weg einer Idee nach, die einst als hoffnungsvolle Innovation galt.

    Vom 18.07.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »