MH370-Suche in den zwei neuen Suchregionen angelaufen

17.03.2014 - 17:14 0 Kommentare

Die Suche nach der verschollenen Malaysia-Airlines-Boeing verläuft weiterhin erfolglos. Die Ermittler haben nun die Suchgebiete genauer eingegrenzt. Die internationalen Suchmannschaften sind im Einsatz.

Der nördliche Korridor beschreibt den Radius von möglichen Punkten auf der Welt, von dem aus Flug MH370 ebenfalls seinen letzten Satelliten-Ping abgesetzt haben könnte.

Der nördliche Korridor beschreibt den Radius von möglichen Punkten auf der Welt, von dem aus Flug MH370 ebenfalls seinen letzten Satelliten-Ping abgesetzt haben könnte.
© Malaysia Ministry of Transport

Der südliche Korridor beschreibt den Radius von möglichen Punkten auf der Welt, von dem aus Flug MH370 seinen letzten Satelliten-Ping abgesetzt haben könnte.

Der südliche Korridor beschreibt den Radius von möglichen Punkten auf der Welt, von dem aus Flug MH370 seinen letzten Satelliten-Ping abgesetzt haben könnte.
© Malaysia Ministry of Transport

An der Suche nach dem verschwundenen Malaysia Airlines-Flugzeug beteiligen sich inzwischen 26 Länder. Das sagte Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Montag in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur. Neue Erkenntnisse über den Verbleib der Boeing 777-200 gab es nicht.

Nun lief die Suche nach der Boeing 777-200 in den beiden Suchkorridoren an, die Ermittlern auf Basis des letzten ausgesandten Satelliten-Pings als mögliche Suchregionen errechnet hatten. Der nördliche Korridor führt weitgehend über Land: von Birma, Indien, Pakistan bis nach Kasachstan. Der südliche Korridor zieht sich von Malaysia über Indonesien und westlich an Australien vorbei in den Indischen Ozean.

Alle Länder seien darum gebeten worden, Satelliten- und Radaraufzeichnungen auszuwerten, sagte der Minister. Kasachstan hat bereits bekanntgegeben, zum fraglichen Zeitpunkt keine verdächtigen Flüge geortet zu haben.

Malaysia, Indonesien und Australien haben jetzt auch die Suche im südlichen Korridor aufnommen. Malaysia habe zwei Schiffe und einen Helikopter in Richtung Süden geschickt, so der Minister. Australien werde für die Suche insgesamt drei P-3-Orion und ein C130 Hercules-Suchflugzeug auf den Kokos- und Weichnachtsinseln stationieren. Zudem werde auch die US-Airfrorce ein P-8-Poseidon-Flugzeug nach Australien verlegen.

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Weitere Experte seien zum Ermittlerteam gestoßen, teilte das Ministerium heute zudem mit. Ein Spezialist der Civil Aviation Administration of China werde bei der Suche helfen, ebenso drei Experten aus Frankreich, die bereits den Absturz einer Air France-Maschine über dem Atlantik 2009 untersucht hatten. Hishammuddin wehrte sich erneut gegen Kritik, Malaysias Krisenstab informiere zu wenig oder nicht rechtzeitig genug über die Ermittlungen. Es wäre unverantwortlich, Informationen zu verbreiten, die nicht überprüft seien, sagte er.

© MOT Lesen Sie auch: Malaysia-Airlines-Boeing war noch fast sieben Stunden in der Luft

Flog MH370 nach Norden oder nach Süden?

Klar ist bislang, dass Flug MH370 nach dem Abschalten der Transponder von seinem planmäßigen Nordostkurs abwich, Richtung Westen über die Malaysische Halbinsel flog und weiter in nordwestlicher Richtung auf die Andamanensee zusteuerte, bevor es die Reichweite des Radars verließ. Dann ist allerdings unklar, welchen Weg das Flugzeug einschlug:

  • Entweder es flog weiter nach Norden. In diesem Fall kam der letzte Satellitenping irgendwo aus einer Region entlang eines Satellitenradius, der sich von Kasachstan über China bis Thailand erstreckt. Weiter westliche Gebiete entlang des theoretisch in Frage kommenden Ping-Satellitenradius kommen aufgrund der fehlenden Reichweite und der Geschwindigkeit des Flugzeugs nicht in Frage. Selbst wenn sich das Flugzeug - wie im Internet spekuliert - im Radarschatten einer anderen Linienmaschine verstecken konnte, hätte es irgendwo abstürzen oder landen müssen. In den Krisenregionen entlang der nörlichen Suchregion wird der Himmel aber permament von Militär kontrolliert. Zudem wäre ein Absturz oder eine Landung auf einem abgelegenen Flugplatz mit hoher Wahrscheinlichkeit beobachtet worden.
  • Oder das Flugzeug flog nach Süden auf die offene See. Diese Theorie ist - Achtung Spekulation - die wahrscheinlichere Route, denn anders als im Norden gibt es hier keine dichte Radarabdeckung oder eine permanente Luftraumüberwachung durch Militärs. Demnach wäre das Flugzeug mit leeren Tanks im südlichen indischen Ozean abgestürzt. Es würde nach Air France AF447 eine weitere Tiefseesuche beginnen.

ARCAS und letzter Funkkontakt

Bei der Suche nach der verschollenen malaysischen Passagiermaschine haben sich die Ermittlungen am Montag zunehmend auf die beiden Piloten konzentriert. Am Samstag hatten malaysische Ermittler die Wohnungen des Flugkapitäns Zaharie Ahmad Shah und des Copiloten Fariq Abdul Hamid ein zweites Mal durchsucht, zugleich aber vor "voreiligen Schlüssen" gewarnt.

Gestern hatte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein erklärt, dass die letzten Worte aus dem Cockpit gesprochen wurden, nachdem das Kommunikationssystem ACARS das letzte Mal Daten übermittelte. Der Gruß «Alright, good night» um 01.19 Uhr Ortszeit klingt ruhig. Wahrscheinlich habe der Copilot den letzten Funkspruch abgesetzt, sagte Malaysia-Airlines-Chef Ahmad Jauhari Yahya am Montag. Mit Sicherheit könnten die Experten aber bislang nicht sagen, wer ins Bordmikrofon sprach.

Das letzte ACARS-Signal war um 01.07 Uhr und damit vor dem letzten Funkspruch abgesetzt worden. Das System sendet standardmäßig nur alle 30 Minuten Daten. Daher muss das ARCAS nicht zwangsläufig bereits vor dem letzten Funkspruch abgeschaltet worden sein. Das letzte Transpondersignal wurde um 01.22 Uhr und damit drei Minuten nach dem lezten Funkspruch empfangen. Es ist möglich, dass das ARCAS auch erst zeitgleich mit dem Transponder ausgeschaltet wurde.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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