MH370-Abschlussbericht vorgelegt

04.10.2017 - 11:18 0 Kommentare

Die internationale Suchkommission hat ihren Abschlussbericht für Malaysia Airlines Flug MH370 vorgelegt. Obwohl etliche Wrackteile gefunden wurden, bleibt der Absturz ein Rätsel. Die Ermittler empfehlen ein besseres Positionstracking.

Gefundene Teile: Screenshot aus dem Abschlussbericht zu Malaysia Airlines Flug MH370. - © © ATSB -

Gefundene Teile: Screenshot aus dem Abschlussbericht zu Malaysia Airlines Flug MH370. © ATSB

Dreieinhalb Jahre nach dem Verschwinden eines malaysischen Passagierflugzeugs mit 239 Menschen an Bord fehlt von der Maschine weiterhin jede Spur. Dies geht aus dem am Dienstag vorgelegten Abschlussbericht einer internationalen Suchkommission zu dem Malaysia-Airlines-Flug MH370 hervor.

"Wir bedauern zutiefst, dass wir weder das Flugzeug noch die 239 Seelen an Bord ausfindig machen konnten", heißt es in dem 440-Seiten-Papier, das von der australischen Behörde für Verkehrssicherheit (ATSB) in Sydney veröffentlicht wurde.

Die internationalen Suchtrupps hatten das Meer südwestlich Australiens sowohl an der Oberfläche als auch am Grund abgesucht. Dabei hätten sich die Suchtrupps auf wissenschaftliche Berechnungen für die wahrscheinlichsten Gebiete konzentriert. Dennoch sei die Suche nach MH370 die größte Unterwasserexpedition der Geschichte. Sie wurde im Januar eingestellt. Insgesamt wurde eine Fläche von 120.000 Quadratkilometern am Boden mit Sonar abgetastet und dabei etliche nicht zum Flugzeug gehörende Objekte aufgespürt, wie der Abschlussbericht aufführt.

Wrackteile geben Hinweise auf Absturzort

Das Suchgebiet ergab sich vor allem aus aufgezeichneten Satelliten-Pings, die das Flugzeug noch lange nach dem Verschwinden vom Radarschirm aussendete. Zudem führten Aufzeichnungen aus dem Heim-Flugsimulator des Kapitäns von MH370 die Ermittler auf einen ähnlichen Kurs. Auch Unterwassermikrofone lieferten Hinweise auf mögliche Einschlaggeräusche. Zudem gaben die wenigen Satellitenbilder aus der Region Hinweise auf Kondensstreifen.

Ekko, Public Domain, Lesen Sie auch: Doppler-Effekt beweist südlichen Flugkurs von Malaysia-Airlines-Boeing

Wichtige Rückschlüsse ließen sich den Ermittlern zufolge zudem aus Driftanalysen sowie den Hinweisen von Meeresbiologen zu gefundenen Einzelteilen des Flugzeugs ziehen. Das größte Teil war ein Flaperon, das rund 500 Tage nach dem Absturz auf der Insel La Reunion angespült wurde und dem verschwundenen Flugzeug anhand von Teilenummern zugeordnet werden konnte. Zudem wurden unter anderem Teile der Triebwerksabdeckung, des Flügels, des Höhenruders und einer Flügelklappe sowie ein Teil einer Türinnenverkleidung gefunden.

Ermittler empfehlen besseres Positionstracking

Als Safety-Empfehlungen sprechen sich die Ermittler dafür aus, dass aktuelle und zukünftige Flugzeuge ihre Position besser und häufiger übermitteln sollen, damit sie im Fall eines Absturzes schneller lokalisiert werden können. Die zwischenzeitlich von der IACO festgelegten 15-Minuten-Sendeintervalle würden nicht ausreichen, um das Suchgebiet so einzugrenzen "Überlebende und und Wrack in einer vernünftigen Zeitspanne" zu lokalisieren.

Wie fassungslos die Ermittler sind, kommt auch in dem Bericht zum Ausdruck. "Es ist nahezu unvorstellbar und mit Sicherheit für eine Gesellschaft auch nicht hinnehmbar, dass in der Ära der modernen Luftfahrt ein so großes Flugzeug verschwunden bleibt." Es gebe weiterhin keine konkreten Hinweise darauf, wo sich das Wrack der Maschine befindet. Wahrscheinlich sei, dass sie ins Meer gestürzt ist.

Die Boeing 777 war im März 2014 auf dem Flug von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking, als das Transpondersignal von den Radarschirmen der Lotsen verschwand. Trotz aller Proteste von Angehörigen wurde die Suche nach mehr als tausend Tagen im Januar dieses Jahres eingestellt. Die Kosten betrugen mehr als 150 Millionen US-Dollar (etwa 127 Millionen Euro). Die Suche soll erst wieder aufgenommen werden, wenn es glaubwürdige neue Hinweise gibt.

Von: dh mit dpa
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