MH-370-Suche im indischen Ozean nach angeblichen Satelliten-Pings

14.03.2014 - 17:37 0 Kommentare

Eine Woche nach dem Verschwinden der Malaysia-Airlines-Boeing wird jetzt an genau definierten Stellen im Indischen Ozean gesucht. Zu den offiziellen indischen Angaben passen neue Berichte über angeblich aufgefangene Satelliten-Pings.

Die Suchgebiete wurden nach Westen erweitert.

Die Suchgebiete wurden nach Westen erweitert.
© Google Maps Engine - airliners.de

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines.

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines.
© AirTeamImages.com - nustyR

Die neuen Suchgebiete (H und G) sowie ein bemerkenswert anders als bislang bekannt eingezeichnete MH-370-Flugweg.

Die neuen Suchgebiete (H und G) sowie ein bemerkenswert anders als bislang bekannt eingezeichnete MH-370-Flugweg.
© Government of India

Das Suchgebiet für die Suche nach der verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines wird am siebenten Tag nach dem Verschwinden des Flugzeugs deutlich erweitert. Die Ermittler teilten heute auf einer Pressekonferenz im malaysischen Krisenzentrum in Sepang mit, dass derzeit 13 Nationen mit insgesamt 57 Schiffen sowie 48 Flugzeugen an der Suche teilnehmen.

Man habe die Suchregionen weiter ausgedehnt, und zwar in Richtung Osten weiter hinein in das Südchinesische Meer sowie in Richtung Westen in den indischen Ozean, so die Angaben. Auch wenn die Ermittler nicht näher auf Details eingegangen sind, scheint die Suche im Westen doch sehr konkret zu werden. Dieser Bereich wird federführend von Indien durchsucht.

Indien hat vier Schiffe und zwei Flugzeuge für eine groß angelegte Suche in die Region westlich des indischen Inselterritoriums Andamanen und Nikobaren geschickt, teilte die indische Regierung am Nachmittag deutscher Zeit mit.

Der malaysische Krisenstab hätte Indien zudem auch mit der Suche noch weiter westlich gebeten. Dabei geht es der indischen Pressemitteilung zufolge um ein konkretes Gebiet 900 Kilometer westlich der Andamanen-Hauptstadt Port Blair, also mitten im Golf von Bengalen. Dort solle ein spezifischer Korridor von 600 Kilometer Länge und 15 Kilometer Breite abgesucht werden. Weitere Details wurden nicht genannt.

Karte zeigt MH-370-Flugbahn nach Westen

Karte des indischen Verteidigungsministeriums

Die neuen Suchgebiete (H und G) sowie ein bemerkenswert anders als bislang bekannt eingezeichnete MH-370-Flugweg. Foto: © Government of India

In der am Freitag veröffentlichten Karte des indischen Verteidigungsministeriums, die neben den bekannten Suchfeldern lediglich die zwei neuen Groß-Suchfelder westlich der Andamanen zeigt (und nicht der beschriebene Suchkorridor), gibt es zudem Besonderheiten:

An der Stelle des letzten Kontakts mit der verschollenen Maschine ist ein Abknicken der Flugroute nach Westen eingezeichnet. Demnach geht Indien offensichtlich offiziell davon aus, dass das Flugzeug entlang der Grenze von Malaysia und Thailand bis über den Indischen Ozean geflogen ist. Der mit MH-370 bezeichnete Flugweg auf der Karte ist allerdings auch noch aus einem anderen Grund seltsam: Die Position des letzten Radarkontaktes liegt allen bisherigen Berichten zufolge eigentlich weiter östlich über dem Meer und nicht wie eingezeichnet noch über dem Festland. Es gibt keine weitere Erklärung zur Karte, möglicherweise ist der Flugweg auch nur einfach ungenau und spekulativ eingezeichnet.

Flugweg des unbekannten Primärradaropjekts bekanntgegeben

Flugbahn

Die Flugbahn laut Primnärradar des malaysischen Militärs.Foto: © SkyVector/airliners.de

Auch nach Informationen der malaysischen Behörden hatte ein Militärradar weniger als eine Stunde nach dem Verschwinden der Boeing 777-200 ein unbekanntes Flugobjekt in normaler Reiseflughöhe registriert, das die malaysiche Halbinsel überquerte. Heute wurde der genaue Flugweg laut Primärradar bekanntgegeben.

Nach Aussagen des Krisenstabs flog das unidentifizierte Flugzeug vom Waypoint IGARI westlich Richtung Waypoint VAMPI und GIVAL in der Straße von Malakka und dann nordwestlich weiter in Richtung Waypoint IGREX. (Der Flugweg auf SkyVector) Das Flugzeug konnte bis ungefähr 370 Kilometer vor der Küste vom Radar verfolgt werden. Bislang haben die Ermittler aber nicht definitiv bestätigt, dass es sich hierbei um das verschollene Flugzeug handelt.

Interaktive Karte

Tipps: Karte ziehen und zoomen, für Details Symbole anklicken, rechts oben klicken zum Vergrößern.

Angeblich Satelliten-Pings von Flugzeug gesendet

In diesem Licht gesehen scheint eine Enthüllung des «Wall Street Journals» von gestern recht plausibel. Trotz des offiziellen Dementis zur angeblichen Übermittlung von Triebwerksdaten hält sich bei dem verschwundenen Flugzeug nämlich die Theorie, dass die Maschine Hunderte Kilometer von ihrem Kurs abwich und Richtung Indischer Ozean geflogen sein könnte.

Das «Wall Street Journal» konkretisierte zudem heute seine gestern vom malaysischen Verkehrsminister dementierten Recherchen, dass die Maschine noch Stunden nach der letzten Radarerkennung Signale sandte. Es seien keine Triebwerksdaten an Rolls Royce gesendet worden, das Satellitenkommunikationssystem des Flugzeugs habe habe den Aufbau einer Verbindung zu einem Inmarsat-Satelliten versucht.

Diese "Pings" zum Satelliten sollen den Angaben nach Informationen wie Geschwindigkeit und Flughöhe enthalten. Das würde bedeuten, dass die Maschine Stunden nach dem Verschwinden noch intakt war und die Ermittler versuchen können, einen Flugweg zu rekonstruieren. Inmarsat ist ein britisches Unternehmen, das Mobilfunk- und Datendienste über Satelliten betreibt.

Rund fünf Stunden nach dem letzten Radarkontakt über dem Golf von Thailand soll das Flugzeug dem Bericht zufolge das letzte Mal an einer nicht genannten Position über dem indischen Ozean einen Verbindungsaufbau zum Satelliten gesendet haben. (Anmerkung: Gestern hatte die Zeitung vier Stunden geschrieben) Dorthin würden nun die Suchtrupps koordiniert. Möglicherweise ist dies der von Indien nun offiziell gemachte Suchkorridor 900 Kilometer westlich von Port Blair im Golf von Bengalen.

Nach Angaben der Zeitung ist allerdings völlig unklar, ob das Flugzeug am Ort der letzten Satellitenortung abgestürzt ist oder möglicherweilse auch dieses System von einem Entführer abgeschaltet wurde.

Der malaysische Krisenstab in Sepang ging auf einer Pressekonferenz heute nicht im Detail auf den erneuten Bericht des «Wall Street Journals» ein. Es sei Standardprozedur, unverifizierte Informationen nicht zu veröffentlichen. Bekräftigt wurden lediglich die offizielle Angaben von gestern, wonach das Flugzeug nach dem Verschwinden keine Triebwerkssignale übermittelt worden seien.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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