Ein Jahr Ungewissheit

08.03.2015 - 08:25 0 Kommentare

Das Schicksal von Flug MH370 bleibt auch exakt ein Jahr nach dem Unglück eines der größten Rätsel in der Geschichte der Luftfahrt. Experten glauben jedoch daran, das Flugzeug finden zu können.

Ein Angehöriger betet für die Opfer von Flugh MH370.

Ein Angehöriger betet für die Opfer von Flugh MH370.
© dpa - Fazry Ismail

Das unbemannte U-Boot  Bluefin-21 nimmt die Suche auf.

Das unbemannte U-Boot Bluefin-21 nimmt die Suche auf.
© dpa - Bradley Darvill / Australian Defence Department

Aussetzen des Seitensichtsonars.

Aussetzen des Seitensichtsonars.
© Geomar

Karte der Korridore, aus denen Malaysia-Airlines-Flug 370 das letzte Satellitensignal ausgesandt hat sowie die ungefähre Reichweite des Flugzeugs..

Karte der Korridore, aus denen Malaysia-Airlines-Flug 370 das letzte Satellitensignal ausgesandt hat sowie die ungefähre Reichweite des Flugzeugs..
Creative Commons - Pechristener, Furfur

Malaysias König Abdul Halim Mu'adzam Shah (Mitte) bei einem Gebet, das an die Opfer von Flug MH370 erinnert.

Malaysias König Abdul Halim Mu'adzam Shah (Mitte) bei einem Gebet, das an die Opfer von Flug MH370 erinnert.
© dpa

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean rund 2500 Kilometer süd-westlich von Perth.

Die australische Air Force sucht mögliche MH370-Wrackteile im Indischen Ozean rund 2500 Kilometer süd-westlich von Perth.
© AMSA

Eine AP-3C Orion fliegt über dem australischen Suchschiff "Ocean Shield".

Eine AP-3C Orion fliegt über dem australischen Suchschiff "Ocean Shield".
© Australian Defence

Das am 12. April 2014 herausgegebene Handout des britischen Verteidigungsministeriums zeigt ein Flugzeug der Australischen Luftwaffe vom Typ AP-3C Orion und das Vermessungsschiff H87 HMS Echo der britischen Royal Navy auf der Suche nach dem vermissten Flugzeug MH370 der Malaysia Airlines.

Das am 12. April 2014 herausgegebene Handout des britischen Verteidigungsministeriums zeigt ein Flugzeug der Australischen Luftwaffe vom Typ AP-3C Orion und das Vermessungsschiff H87 HMS Echo der britischen Royal Navy auf der Suche nach dem vermissten Flugzeug MH370 der Malaysia Airlines.
© dpa - Mod/Handout

Inmarsat 3 Satellitenabdeckung

Inmarsat 3 Satellitenabdeckung
© Inmarsat

Die Flugbahn laut Primnärradar des malaysischen Militärs.

Die Flugbahn laut Primnärradar des malaysischen Militärs.
SkyVector - airliners.de

Der malaiische Premierminister Haji Mohammad Najib bin Tun Haji Abdul Razak besucht den MH-370 Krisenstab.

Der malaiische Premierminister Haji Mohammad Najib bin Tun Haji Abdul Razak besucht den MH-370 Krisenstab.
© MOT

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines
© AirTeamImages.com - Bailey

Vor genau einem Jahr verschwindet Flug MH370. Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war mit 227 Passagieren und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord in Kuala Lumpur gestartet und auf dem Weg nach Peking, als nach nicht einmal einer Stunde Flugzeit plötzlich der Kontakt abbricht. Vietnam startet eine Suchaktion im Südchinesischen Meer. In den nächsten Tagen entdecken Flugzeuge Ölspuren, dann vermeintliche Wrackteile oder eine Rettungsinsel - jedes Mal falscher Alarm.

Zwischenzeitlich geben die malaysischen Behörden bekannt, dass die Kommunikationssysteme an Bord abgeschaltet wurden, die Maschine bewusst auf einen anderen Kurs gelenkt wurde und noch sieben Stunden weitergeflogen sein muss, bis der Treibstoff ausging. Der Verdacht richtet sich mal gegen die beiden Piloten, mal gegen Passagiere mit gefälschten Pässen, doch alle Ermittlungen gehen ins Leere.

Die Herausforderungen bei der Suche

Die Suche im Indischen Ozean gestaltet sich als schwierig. "Das Terrain ist komplex, mit Wassertiefen bis zu 6.000 Metern, es gibt Berge mit schmalen Kämmen, tiefe Spalten und 2.000 Meter steil abfallende Kliffe", sagt Scott Mashford von der Koordinationsstelle für die Suche (JACC). Im Einsatz sind ferngesteuerte Sonargeräte. Australien hat nach Angaben von Mashford zunächst umgerechnet rund 63 Millionen Euro für die Suche zur Verfügung gestellt, Malaysia 42 Millionen Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen von der tatsächlichen Länge der Suche ab.

Webseite der JACC

Zeitweise beteiligen sich 26 Länder an der Suche

Unterdessen wird die Suche auf den Süden des Indischen Ozean ausgeweitet, an ihr beteiligen sich zunächst 26, später sieben Länder. Ende März übernimmt Australien die Koordinierung der großangelegten Suche: Abgesucht wird ein mehr als 4,5 Millionen Quadratkilometer großes Gebiet, doch alle 300 Überflüge bleiben vergeblich ebenso wie eine weitere Unterwasser-Suche.

Die glaubwürdigste These ist nach Einschätzung der Ermittler, dass Passagiere und Besatzung nach einem plötzlichen Sauerstoffabfall in der Maschine bewusstlos wurden und die Boeing per Autopilot weiterflog, bis der Treibstoff ausging und sie ins Meer stürzte. Ende Januar stuften die malaysischen Behörde das mysteriöse Verschwinden als "Unfall" ein und erklärten alle Insassen für tot. Für den 7. März kündigen sie einen umfassenden Bericht an.

Gebiete für die Unterwassersuche nach MH370. Foto: © JACC

Experten glauben daran, Flugzeug zu finden

Aufgrund von Satelliten-Rohdaten wird das Gebiet, in dem die Maschine abgestürzt sein könnte, auf 60.000 Quadratkilometer eingegrenzt, im Oktober startet eine neue Suche. Bis Ende Februar werden 40 Prozent des Gebiets mit Hilfe eines ausgefeilten Echolot-Systems durchkämmt - vergeblich.

Die Suchexperten glauben auch einem Jahr nach dem Unglück daran, etwas zu finden. "Wir sind vorsichtig optimistisch", sagt Mashford von der JACC. "Das Gebiet und der Umfang dieser Suche sind zwar gewaltig, aber wir halten daran fest, dieses Flugzeug zu finden."

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: ICAO-Plan: Passagiermaschinen sollen Koordinaten ständig senden

Der Meereskundler Erik van Sebille hält die Aufgabe dagegen für ähnlich erfolgversprechend wie die Suche nach verlorenen Hausschlüsseln in einem völlig abgedunkelten London. Was nach dem Mai geschieht, ist noch unklar. Die Winterstürme der südlichen Hemisphäre dürften in jedem Fall weitere Suchaktionen über Monate beeinträchtigen.

Wie Australiens Regierungschef Tony Abbott kürzlich mitteilte, könne die Suche nicht ewig auf dem derzeitigen Niveau fortgesetzt werden. "Wir hoffen weiter, dass wir dieses Rätsel lösen werden", sagt er im Parlament.

Alle Meldungen zum Malaysia-Airlines-Flug MH370

Von: AFP, dpa
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