Geregelte Restrukturierung

Mexicana stellt Insolvenzantrag

04.08.2010 - 10:47 0 Kommentare

Die hoch verschuldete Fluggesellschaft Mexicana hat am Dienstag Insolvenz angemeldet. Neben dem mexikanischen Insolvenzverfahren beantragte die Airline auch in den USA Gläubigerschutz, nachdem Leasinggesellschaften letzte Woche bereits drei Flugzeuge zurückgefordert hatten.

Airbus A330-200 der Mexicana Airlines - © © Rurik Enriquez D - Aviascapes MEXICO (2008) -

Airbus A330-200 der Mexicana Airlines © Rurik Enriquez D - Aviascapes MEXICO (2008)

Die mexikanische Fluggesellschaft Mexicana hat am Dienstag Insolvenzantrag gestellt. Damit wird es ihr nach mexikanischem Recht ermöglicht, ihre Finanzen in geordneter Form zu restrukturieren. Zuvor waren Verhandlungen über Einsparungen bei Gehältern der Piloten und des Kabinenpersonals gescheitert.

Mexicana sei insbesondere durch zu hohe Gehälter für Piloten und Crews in finanzielle Schieflage geraten, hieß es in einer Erklärung. Die Gehälter der Piloten lägen im Schnitt knapp 50 Prozent über denen der US-Fluggesellschaften, die der Flugbegleiter um 32 Prozent. Die Gesellschaft soll einen Schuldenberg von über einer Milliarde US-Dollar angehäuft haben.

Neben dem Insolvenzantrag in Mexiko beantragte Mexicana auch in New York Gläubigerschutz nach Kapitel 15 des US-Insolvenzrechts. Damit soll die Fluggesellschaft auch in den Vereinigten Staaten für die Zeit der Restrukturierung vor den Forderungen der Gläubiger geschützt werden.

Nötig sei dies, um den Sanierungsprozess der Airline nicht zu gefährden. „Schon die Einforderung eines einzigen Flugzeugs könnte den Betrieb der Mexicana durcheinanderbringen und möglicherweise andere Parteien dazu veranlassen, ebenfalls Forderungen durchzusetzen“, erklärte Mexicana. In der vergangenen Woche musste die Airline bereits drei Maschinen an Leasinggesellschaften zurückgeben, die in den USA und Kanada um ihre Zahlungen fürchteten.

Während der Restrukturierung will die Fluggesellschaft ihren Flugbetrieb fast im normalen Umfang weiterführen. Lediglich bei den internationalen Flügen solle es „kleinere Änderungen“ geben. Die Regionaltöchter MexicanaClick und MexicanaLink sind nicht von der Insolvenz betroffen.

Mexicana hat ihrem fliegenden Personal nun nach eigenen Angaben zwei Vorschläge zur Sanierung unterbreitet. Eine Möglichkeit sehe den Abschluss eines neuen Tarifvertrags vor, der Entgeltkürzungen von 41 Prozent für Piloten und 39 Prozent für Flugbegleiter umfasst. Hinzu kämen weitere Sparmaßnahmen wie die Kürzung von 40 Prozent der Piloten- und Flugbegleiterstellen. Im Gegenzug würde eine Gewinnbeteiligung vereinbart.

Als zweite Möglichkeit seien die Anteilseigner der Fluggesellschaft bereit, die Airline für den symbolischen Preis von einem Peso an ihre Gewerkschaften zu verkaufen. Das Management sei bereit, die Kontrolle an die Gewerkschaften abzugeben; Einzelheiten zur Sanierung der Finanzen müssten aber noch ausgehandelt werden, sollte diese Option in Betracht kommen, hieß es. Die Pilotengewerkschaft ASPA lehnt bisher beide Vorschläge ab.

 

Von: airliners.de, dpa
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