Unternehmensrettung auf der Kippe

Mexicana jetzt endgültig am Boden?

28.08.2010 - 13:49 0 Kommentare

Die insolvente Mexicana muss den Flugbetrieb erneut einstellen. Die finanzielle Lage habe sich weiter dramatisch verschlechtert, sodass auf unbestimmte Zeit keine Flüge angeboten werden könnten, erklärte das Unternehmen. Die Rettung durch neue Investoren scheint indes auf der Kippe zu stehen.

Airbus A318 der Mexicana - © © AirTeamImages.com - Simon Gregory

Airbus A318 der Mexicana © AirTeamImages.com /Simon Gregory

Die Fluggesellschaft Mexicana setzt zum zweiten Mal in diesem Monat den Flugbetrieb aus. Wie die Airline am Freitagabend mitteilte, sollten die Flüge Samstagmittag um 12 Uhr (Ortszeit) auf unbestimmte Zeit eingestellt werden. Betroffen seien diesmal auch die Regionaltöchter MexicanaLink und MexicanaClick.

Hintergrund sei, dass sich die finanzielle Situation des Unternehmens in den letzten Wochen weiter dramatisch verschlechtert hätte, erklärte Mexicana. Bereits Anfang August hatte die Airline Insolvenz angemeldet und zudem auch Gläubigerschutz in den USA beantragt.

In den vergangenen vier Wochen seien nun durch den Flugbetrieb neue Kosten entstanden. Denen hätten jedoch kaum Einnahmen gegenüber gestanden, da der Ticketverkauf zwischenzeitlich eingestellt und erst eine Woche später wieder aufgenommen worden war. Hinzu käme, dass einige Lieferanten und Dienstleister nun für den Flugbetrieb nötige Produkte und Dienstleistungen nur noch gegen Vorkasse bereitstellen würden.

Darüber hinaus sei es nicht gelungen, Vereinbarungen mit neuen Investoren zu treffen, die den Fortbestand der Airline sichern könnten. In der vergangenen Woche hatte das mexikanische Konsortium Tenedora K 95 Prozent der Anteile an Mexicana (einschließlich der Regionaltöchter) übernommen.

Investoren nicht zur Sanierung in der Lage

Laut einem Bericht der „New York Times“ wollten die neuen Investoren unter anderem sämtliche Flugbegleiter der Airline in Einklang mit dem Insolvenzrecht entlassen und rund ein Viertel von ihnen wiedereinstellen. Der Plan, der geringere Abfindungen für die Mitarbeiter bedeutet hätte, sei jedoch von Regierung abgeblockt worden.

Nach Durchsicht aller Unterlagen erklärten die neuen Eigentümer nun, dass es um die Finanzen der Airline noch schlechter bestellt sei als bisher angenommen. Die Unternehmensgruppe sieht sich daher nicht in der Lage, Mexicana alleine zu sanieren. Eine Rettung durch den Staat werde es aber auch nicht geben, wie die "New York Times" unter Berufung auf das mexikanische Verkehrsministerium schreibt.

Zu den Hauptproblemen der Airline gehören, wie Mexicana schon zuvor moniert hatte, die vergleichsweise hohen Arbeitsentgelte für Piloten und Kabinenpersonal. Daneben sah die Airline ihre Geschäfte stark beeinträchtigt durch den Ausbruch der Schweinegrippe im vergangenen Jahr, der Flugreisende über Monate abgeschreckt habe, sowie durch den weltweiten Wirtschaftsabschwung. Ein weiterer Faktor seien hohe Treibstoffpreise gewesen.

Nach der Verkündung, dass die Flugzeuge von Mexicana und ihren Tochtergesellschaften nun bis auf Weiteres am Boden bleiben müssen, äußerten sowohl die Airline als auch das mexikanische Verkehrsministerium die Hoffnung, dass der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden könnte. Der mexikanische Verkehrsminister Juan Francisco Molinar Horcasitas erklärte am Freitag, die Airline befinde sich nach wie vor „in einem Prozess, der zur Umstrukturierung führen sollte“. Wie dieser nach den jüngsten Rückschlägen aussehen soll, ließ er allerdings offen.

Von: airliners.de
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