Hintergrund

Messergebnisse zu den Lärmpausen am Frankfurter Flughafen

11.02.2016 - 17:24 0 Kommentare

Um die Kritik an den Lärmpausen am Frankfurter Flughafen zu entkräften, hat das hessische Verkehrsministerium umfangreiche Messungen an den Start- und Landebahnen sowie Befragungen der Anwohner durchgeführt - und sich dabei auf drei Fragen konzentriert.

Ein Boeing 747 der Lufthansa landet auf dem Flughafen von Frankfurt. - © © dpa - Boris Roessler

Ein Boeing 747 der Lufthansa landet auf dem Flughafen von Frankfurt. © dpa /Boris Roessler

Wie oft wurden die Lärmpausen umgesetzt?

Die Lärmpausen an Deutschlands größtem Flughafen werden für die Betriebsrichtung West erprobt. Dies war seit der Einführung Ende April 2015 an etwa sieben von zehn Tagen der Fall. Die Lärmpausen wurden nur in wenigen Ausnahmefällen ausgesetzt. Hauptgrund waren Wettereinflüsse. Die Umsetzungsquote liegt am Abend bei 89 Prozent, am Morgen bei 96 Prozent.

Wie sind die Auswirkungen auf die Lärmbelastung?

Die Messwerte der An- und Abflüge belegen insgesamt eine deutliche Reduzierung der Lärmbelastung in den jeweiligen Randstunden. Die Lärmentlastung in Folge der Lärmpausen ist demnach deutlich höher als die Belastung. Unterhalb der Anflugroute der Nordwestlandebahn kommt es wie erwartet abends zu erheblich weniger Lärm. In Neu-Isenburg ist die Entlastung am Morgen deutlich höher als die zusätzliche Belastung am Abend.

Wie bewerten die Anwohner die Maßnahmen?

Befragt wurden acht Gruppen mit unterschiedlichem Alter und verschiedener familiärer Struktur. Zudem gab es 1604 Telefoninterviews. Obwohl eine Mehrheit der Befragten bislang keine Veränderung im Alltagsleben feststellt, verbinden die Befragten mit den Lärmpausen aber mehrheitlich positive Einschätzungen (43 Prozent). 91 Prozent der Anwohner gaben an, am Abend keine Veränderungen zu spüren, morgens lag die Zahl bei 88 Prozent. Dennoch spricht sich eine Mehrheit von 71 Prozent für eine Fortsetzung aus.

Von: gk, dpa
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