Mehrheit lehnt Bebauung des Tempelhofer Flughafengeländes ab

26.05.2014 - 10:57 0 Kommentare

Die Berliner konnten jetzt darüber abstimmen, was mit dem Gelände des einstigen Flughafens Tempelhof geschehen soll. Der Gesetzesentwurf einer Bürgerinitiative stand dem des Senats gegenüber. Die Wahl fiel deutlich aus.

Ein angerostetes Schild auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.

Ein angerostetes Schild auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.
© dpa - Bernd von Jutrczenka

Fußgänger auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.

Fußgänger auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.
© dpa - Bernd von Jutrczenka

Radfahrer sind auf dem Tempelhofer Feld unterwegs.

Radfahrer sind auf dem Tempelhofer Feld unterwegs.
© dpa - Bernd von Jutrczenka

Der stillgelegte Berliner Flughafen Tempelhof bleibt eine grüne Wiese. Bei einem Volksentscheid stimmte am Sonntag eine Mehrheit der Bürger deutlich gegen eine Bebauung der Ränder des riesigen Flughafenareals. Wie die Landeswahlleitung mitteilte, setzte sich der Gesetzentwurf der Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld" nach Auszählung von knapp gut 93 Prozent der Stimmen deutlich mit 64,4 Prozent durch. Er wird nun Gesetz. Auch die Wahlbeteiligung war dafür hoch genug. Den Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses für die Bebauung, über den ebenfalls abgestimmt wurde, lehnten 59,4 Prozent ab.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kündigte an, nun an anderen Orten Wohnungen zu bauen. "Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hat ein klares Ergebnis, das akzeptiert werden muss", erklärte er am Sonntagabend. Der Bürgerwille gelte und dürfe nicht infrage gestellt werden. "Alle anderen Planungen sind einzustellen."

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Volksbegehren um Tempelhof-Nachnutzung: Berlins zweites Flughafenproblem

Das Gelände hat sich zu einem beliebten innerstädtischen Freizeittreff entwickelt und wird von vielen Berlinern genutzt. Die rot-schwarze Landesregierung wollte an drei Rändern des Feldes Gebäude zum Wohnen und für gewerbliche Nutzung errichten lassen.

Initiator Felix Herzog sagte: "Das ist ein deutliches Signal, dass jetzt vier, fünf Jahre Schluss sein muss mit der Diskussion." Die große Koalition in Berlin habe eigentlich keine Berechtigung mehr.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sagte im RBB, das Ergebnis sei eine bittere Niederlage. Er bedauerte die vergebene Chance, 4700 dringend benötigte städtische Wohnungen auch für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen bauen zu können.

Von: dpa
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