Mehr Transparenz bei Frankfurter Flughafenentgelten gefordert

04.11.2016 - 16:07 0 Kommentare

Der geplante Ryanair-Start am Flughafen Frankfurt hat jetzt auch den Geschäftsreiseverband VDR auf den Plan gerufen. Er sieht Business-Reisende benachteiligt und fordert mehr Transparenz bei den Flughafenentgelten.

VDR-Präsident Dirk Gerdom - © © VDR -

VDR-Präsident Dirk Gerdom © VDR

Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) hat vom Frankfurter Airport mehr Transparenz bei Flughafenentgelten für deren Genehmigung gefordert. Zudem wurde in einer Mitteilung der Vorschlag zur Einrichtung einer unabhängige Aufsichtsbehörde begrüßt. Grund ist die Ankündigung Ryanairs, ab März auch vom größten deutschen Flughafen abzuheben.

Auch wenn die Pläne des irischen Billigflieger für Frankfurt bislang noch keine Geschäftsreiseziele enthielten, seien diese zwar aus Wettbewerbssicht grundsätzlich zu begrüßen, hieß es jetzt. "Doch mit der offensichtlichen finanziellen Bevorzugung von Ryanair zahlen Geschäftsreisende gegenüber Urlaubsreisenden indirekt höhere Entgelte, da nicht alle Airlines in gleichem Maße von derartigen Preisnachlässen profitieren", so VDR-Präsident Dirk Gerdom.

Das aktuelle Beispiel lege den Verdacht nahe, dass die VDR-Mitgliedsunternehmen bislang unverhältnismäßig hohe Ticketpreise gezahlt hätten, weil die Flughafenentgelte bisher insgesamt zu hoch gewesen seien, so Gerdom. Gleichzeitig forderte er gleiche Bedingungen für alle Marktteilnehmer. Ähnlich hatten sich zuvor weitere Branchenvertreter geäußert.

Zudem begrüßte der Verband die jüngsten Empfehlungen der Monopolkommission des Deutschen Bundestages. Diese hatte im September vorgeschlagen, die Degulierung der Verkehrsflughäfen in Deutschland in die Hände einer unabhängigen Behörde gelegt werden. Die Wettbewerbshüter beanstanden die Doppelrolle der Bundesländer, die häufig sowohl Eigentümer als auch Aufsichtsbehörde der Flughäfen seien.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Monopolkommission fordert unabhängige Airport-Regulierung

Hessen sei mit knapp über 31 Prozent am größten deutschen Airport beteiligt und genehmige gleichzeitig Entgeltordnungen mit offensichtlich ungleichen Gebührenanreizen, so Gerdom: "Der Vorschlag der Monopolkommission, die bisherige Bundesauftragsverwaltung zu beenden und die Aufgabe einer unabhängigen Bundesbehörde zu übertragen, geht in die richtige Richtung."

Von: gk
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