Mehr Schallschutzanträge wegen Nordbahnsanierung in Schönefeld

31.10.2016 - 10:02 0 Kommentare

Die neue Südbahn am BER soll im kommenden Sommer erneut genutzt werden, weil die Nordbahn am Flughafen Berlin-Schönefeld saniert werden muss. Das sorgt für mehr Anträge auf Schallschutz.

Ein Flugzeug quert in Berlin-Schönefeld die Nordbahn bei der Fahrt zum Start auf der Südbahn.  - © © dpa - Bernd Settnik

Ein Flugzeug quert in Berlin-Schönefeld die Nordbahn bei der Fahrt zum Start auf der Südbahn. © dpa /Bernd Settnik

Die Zahl der Anträge auf Schallschutz am Flughafen Berlin-Schönefeld ist weiter gestiegen. Grund dafür ist die im kommenden Sommer geplante Nutzung der südlichen Start- und Landebahn, wie die Flughafengesellschaft (FBB) Ende September berichtet hatte.

Viele der dortigen Anwohner hätten bereits vor der jüngsten Südbahnnutzung im vergangenen Jahr ihre Unterlagen erhalten. "Da das Südbahngebiet dieses Mal aber aufgrund des gestiegenen Verkehrs am Flughafen Schönefeld größer ist, kamen zahlreiche neue Anträge hinzu", hieß es in der aktuellen Ausgabe der unternehmenseigenen Anwohner-Zeitschrift "BER aktuell". Seit dem Sommer seien mehr als 500 neue Anträge eingegangen.

Neue Rollbahnen und Vorfelder nötig

Der Flugverkehr in Schönefeld wird ab Mitte Juli 2017 für rund drei Monate über die Südbahn abgewickelt. Die Nordbahn muss nach Auskunft der Betreibergesellschaft in diesem Zeitraum wegen umfangreicher Bauarbeiten geschlossen werden. Hintergrund sind steigende Passagierzahlen, deshalb wird der alte Schönefelder Flughafen auch nach Öffnung des neuen, benachbarten Hauptstadtflughafens BER weiter genutzt. Für den Parallelbetrieb sind neue Rollbahnen und Vorfelder nötig. Während der Arbeiten kann die Nordbahn nicht genutzt werden.

Die FBB hat nach eigenen Angaben 5150 der 6150 Schallschutzanträge aus dem Umland der Südbahn bearbeitet, das entspricht 84 Prozent. Das Gebiet reicht von den Orten Genshagen und Jühnsdorf im Westen bis zur Siedlung Waltersdorf und Karolinenhof im Osten. Von den übrigen 1000 Anträgen könnten knapp 700 nicht bearbeitet werden, weil die Anwohner dies erst später wollten oder nicht zu erreichen seien.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: BER-Betreiber passen Schallschutz an aktuelle Entwicklungen an

Ziel sei es, betroffenen Eigentümern spätestens sechs Monate vor den ersten Starts und Landungen auf der Südbahn das Ergebnis der Antragsprüfung zu übergeben, damit sie den Schallschutz rechtzeitig verwirklichen könnten. Der BER will beide Startbahnen nutzen. Der neue Airport soll bis Ende 2017 eröffnet werden.

Es könnte aber auch noch bis Frühjahr 2018 dauern. Dahingehend hatte sich unlängst unter anderemder Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD), geäußert. Und auch ein Vertreter der Lufthansa hatte Anfang September erklärt, dass es besser wäre, den Flughafen erst 2018 zu in Betrieb zu nehmen.

Von: dpa, gk
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