Mehr ICE-Sprinter zwischen München und Berlin

19.10.2018 - 16:34 0 Kommentare

Zum Fahrplanwechsel Anfang Dezember erhöht die Bahn die Anzahl der ICE-Sprinter zwischen Berlin und München und verstärkt damit die Konkurrenz zum Flugzeug. Die Bahn wird sogar etwas schneller - und etwas teurer.

Die Bahn hat für die Strecke zwischen Berlin und München große Ziele. - © © DB AG - Christian Gloel

Die Bahn hat für die Strecke zwischen Berlin und München große Ziele. © DB AG /Christian Gloel

Ab dem 9. Dezember 2018 wird es zwischen Berlin und München mehr ICE-Sprinter geben. Mit dem Fahrplanwechsel werden dann an typischen Arbeitstagen (Montag bis Freitag) jeweils fünf statt derzeit drei Sprinter je Richtung eingesetzt.

Wie ein Blick in den kürzlich veröffentlichten neuen Fahrplan zeigt, gelingt es der Deutschen Bahn zudem die Züge geringfügig zu beschleunigen. Der schnellste ICE zwischen der größten und drittgrößten Stadt Deutschlands schafft den Weg in drei Stunden und 54 Minuten. Der "langsamste" Sprinter braucht exakt vier Stunden. Damit werden die Sprinter insgesamt ein paar Minuten schneller.

Leipzig fahren die Sprinter nicht an

Die Sprinter fahren den direkten Weg mit minimalen Halten. So hält ein typischer ICE-Sprinter auf dem Weg zwischen Berlin und München nur in Berlin-Südkreuz sowie den Hauptbahnhöfen von Halle (Saale), Erfurt und Nürnberg. Verglichen mit den regulären ICE-Zügen auf der Strecke spart das viel Zeit.

Diese Züge halten zusätzlich noch in der Lutherstadt Wittenberg, machen eine Stichfahrt zum Leipziger Kopfbahnhof, ändern dort ihre Fahrtrichtung und erlauben den Fahrgastwechsel außerdem in Bamberg und Erlangen. Das kostet etwa 30 bis 40 Minuten Zeit.

Die Berlin-München-Züge sind teuer

Die Strecke kostet ohne Bahncard oder andere Ermäßigungen rund 150 Euro als flexibles Zweite-Klasse-Ticket. Das gilt für Kunden, die vor dem Fahrplanwechsel ihr Ticket kaufen. Ab dem Fahrplanwechsel kostet die Fahrkarte laut Medienberichten 153 Euro. Einen Sprinter-Aufschlag gibt es nicht. Die Fahrt gehört damit zu den teuersten im gesamten Netz der Deutschen Bahn, wo die Preisobergrenze für Fahrkarten der 2. Klasse liegt derzeit bei 157,50 Euro.

Sonderangebote wie Sparpreise sind in der Tendenz beim Sprinter zudem deutlich teurer als auf normalen ICE-Verbindungen. Während ein regulärer ICE durchaus für 26 Euro mit Zugbindung gekauft werden kann, ist es beim Sprinter gut das Doppelte, wie eine Stichprobe ergab.

Zum Vergleich: Flüge zwischen Berlin und München gibt es aktuell bei Easyjet ab rund 40 Euro pro Richtung, bei Lufthansa stehen die Verbindungen für 50 bis 300 Euro oneway im Angebot.

In reiseschwachen Zeiten liegen die günstigsten Bahntickets damit auf einem ähnlichen Preisniveau wie die günstigsten Angebote der Fluggesellschaften, wobei das Gepäck bei der Deutschen Bahn inkludiert ist. Das hängt allerdings unter anderem von der Reisezeit und der Auslastung ab.

ICE-Sprinter

Die Sprinter-Züge sind an der 1000er Zugnummer zu erkennen. Ab Berlin-Hauptbahnhof stehen beispielsweise am Montag, 10. Dezember Fahrten um 6.01 Uhr, 8.05 Uhr, 12.05 Uhr, 16.05 Uhr und 18.05 Uhr im Plan. In der Gegenrichtung startet der erste Sprinter um 5.57 Uhr nach Berlin. Um 7.52 Uhr, 11.57 Uhr, 15.56 Uhr und 17.57 Uhr geht es ebenfalls von der Bayerischen Landeshauptstadt gen Norden.

Details zum Fahrweg lassen sich der alten ICE-Netzspinne (PDF) entnehmen. Das neue Liniennetz zum kommenden Fahrplanwechsel liegt noch nicht vor. ICE-Sprinter sind in der Karte nicht als ICE-Linie eingezeichnet.

Die Verbindung zwischen Berlin und München gehört zu den aufkommensstärksten Flugverbindungen im innerdeutschen Verkehr. Allerdings sind die meisten Passagiere Umsteiger, die am Drehkreuz München auf die Langstrecke wechseln.

Nach Angaben des Münchner Flughafens gab es seit dem Start der neuen ICE-Strecke im vergangenen Jahr einen leichten Passagierrückgang um rund zwei Prozent. Das liege allerdings an den Angebotskürzungen nach dem Transavia-Rückzug und der Air-Berlin-Pleite.

Von: as
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