Airline gegen Luftverkehrssteuer vorgehen Mehdorn: Zukunft Air Berlins hängt am BER

29.02.2012 - 17:11 0 Kommentare

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn verknüpft die Zukunft des Unternehmens unmittelbar mit dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Es müsse gelingen, aus dem Airport ein Drehkreuz zu machen. «So richtig Land in Sicht» sei derzeit aber nicht.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn steht am 23.1.2012 vor einem Airbus A330 der Fluggesellschaft mit einem Logo des neuen Flughafens Berlin Brandenburg.  - © © dpa - Maurizio Gambarini

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn steht am 23.1.2012 vor einem Airbus A330 der Fluggesellschaft mit einem Logo des neuen Flughafens Berlin Brandenburg. © dpa /Maurizio Gambarini

Der künftige Erfolg von Air Berlin hängt nach Einschätzung des Vorstandschefs Hartmut Mehdorn vor allem von der Stärke des Unternehmens am künftigen Flughafen Berlin Brandeburg (BER) ab. «Die Frage ist, ob es uns gelingt, aus dem neuen Flughafen einen Hub zu machen», sagte Mehdorn am Mittwoch bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Berlin. Ziel sei es, am neuen Airport täglich sechs Wellen von innerhalb kurzer Zeit an- und abfliegenden Maschinen zu etablieren.

Der Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld wird am 3. Juni in Betrieb gehen und damit die bisherigen Airports Tegel und Schönefeld ablösen. Der deutsche Branchenführer Lufthansa will der Nummer zwei Air Berlin dort zwar mit mehr europäischen Flugzielen größere Konkurrenz machen. Lufthansa mit den Hauptstützpunkten Frankfurt und München sieht aber Berlin nicht als neues Drehkreuz.

Mehdorn sprach von einer «schwierigen Phase» der Luftfahrtbranche. «Es ist auch gar nicht so richtig Land in Sicht», fügte er hinzu. Die weiter steigenden Kerosinpreise und die Luftverkehrssteuer, die Mehdorn Abzocke nannte, machten nicht nur seinem Unternehmen schwer zu schaffen. Dennoch sei er zuversichtlich, «dass wir das Unternehmen in übersichtlicher Zeit wieder in die schwarzen Zahlen bringen können». Air Berlin dürfte im vergangenen Jahr einen höheren Verlust als 2010 geschrieben haben, die Bilanz liegt noch nicht vor. In den ersten neun Monaten 2011 hatte die Gesellschaft einen Nettoverlust von 134 Millionen Euro verbucht.

Air Berlin will gegen Luftverkehrssteuer vorgehen

Mehdorn will zudem massiv gegen die Luftverkehrssteuer vorgehen. Die Luftverkehrssteuer habe Air Berlin im vergangenen Jahr 180 Millionen Euro gekostet, sagte der Manager. Diese Kosten könne das Unternehmen nicht an die Kunden weitergeben. Es sei schon schwierig genug, die steigenden Treibstoff-Preise auf die Tickets aufzuschlagen. Ein Barrel Öl werde wieder mehr als 150 Euro kosten, prognostizierte Mehdorn.

Insgesamt habe Air Berlin im vergangenen Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von 400 Millionen Euro verbucht. Diese seien entstanden durch die Luftverkehrssteuer, steigende Kerosin-Preise, Streiks an Flughäfen in Südeuropa sowie die Vulkanasche und die politischen Proteste in Ägypten und Tunesien. Alleine die Belastung durch die Luftverkehrssteuer zwinge Air Berlin zu Rationalisierungsmaßnahmen, sagte Mehdorn. So fliege die Fluggesellschaft inzwischen keine kleinen Flughäfen mehr an.

Wachstum verspricht sich Mehdorn durch die Beteiligung von Etihad Airways aus Abu Dhabi an Air Berlin sowie durch den Ausbau der Drehkreuzfunktion am Flughafen BER. Außerdem verspricht sich Mehdorn wirtschaftliche Impulse von der angestrebten Mitgliedschaft bei der Luftfahrt-Allianz Oneworld, die am 20. März vollzogen wird.

Von: dpa, dapd
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