Air Berlin mit neuem Chef Mehdorn übergibt an Prock-Schauer

07.01.2013 - 14:12 0 Kommentare

Hartmut Mehdorn hört als Vorstandschef bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin auf. Sein Nachfolger wird mit sofortiger Wirkung der frühere bmi-Chef und bisherige Strategie-Vorstand Wolfgang Prock-Schauer.

Die angeschlagene Air Berlin bekommt einen neuen Chef: Wolfgang Prock-Schauer übernimmt die Konzernspitze mit sofortiger Wirkung vom bisherigen Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn, wie Air Berlin am Montag mitteilte. Prock-Schauer war im Unternehmen seit Anfang Oktober 2012 für Strategie und Planung verantwortlich. Mehdorn soll aber im Verwaltungsrat des Konzerns bleiben, hieß es weiter. Eigentlich lief der Vertrag mit Mehdorn früheren Berichten zufolge noch bis Ende 2013.

Mehdorn hatte die Führung von Air Berlin im September 2011 von Joachim Hunold übernommen, als das Unternehmen nach jahrelangen Verlusten in finanzielle Schieflage geraten war. Mehdorn galt dabei offiziell nur als Übergangslösung. Unter seiner Führung wurden unrentable Verbindungen aus dem Streckennetz gestrichen, die Flotte schrumpft. Im vergangenen Jahr brachten Flugzeugverkäufe und der Verkauf der Mehrheit am Vielfliegerprogramm Geld in die Kasse.

Prock-Schauer (56) begann seine berufliche Laufbahn 1981 bei Austrian Airlines. Hier verantwortete der gebürtige Österreicher als Executive Vice President unter anderem das Netzwerk-Management, die strategische Planung und Allianzen sowie die Integration der regionalen Fluggesellschaften Lauda Air und Tyrolean. Im Jahr 2003 wechselte er als CEO zu Jet Airways nach Indien. Diese führte er 2005 an die Börse und baute das Langstreckengeschäft und ein globales Netzwerk mit weiteren Fluggesellschaften aus.

Als Sanierer kam Prock-Schauer dann 2009 zur damaligen Lufthansa-Tochter British Midland (bmi). Er konnte die stark angeschlagene Fluggesellschaft aber nicht aus den roten Zahlen führen, so dass sie im April 2012 an die British-Airways-Muttergesellschaft IAG verkauft wurde. Ium Oktober 2012 wechselte Prock-Schauer zu Air Berlin.

Air Berlin kämpft mit roten Zahlen und muss daher hart sparen. Nach dem Sanierungsprogramm "Shape & Size", das auf der Zielgeraden ist, steht nun das neue Sparprogramm "Turbine 2013" zur Umsetzung an. Dabei sind auch Stellenstreichungen nicht ausgeschlossen. Auch die immer wieder verzögerte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens macht dem Unternehmen zu schaffen. Mehdorn hatte deshalb Schadenersatzklagen angekündigt.

Von: dapd, dpa, Air Berlin, airliners.de
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