Medienbericht: Easyjet will bei Tuifly einsteigen

22.09.2016 - 16:07 0 Kommentare

Easyjet steht kurz vor dem Einstieg bei der Tuifly, heißt es in einem Medienbericht. Die britische Fluggesellschaft wolle sich damit auf den anstehenden Brexit vorbereiten.

Check-In an den Schaltern der Easyjet am Flughafen Berlin-Schönefeld - © © dpa -

Check-In an den Schaltern der Easyjet am Flughafen Berlin-Schönefeld © dpa

Der britische Billigflieger Easyjet will laut einem Pressebericht bei der deutschen Tui-Fluglinie Tuifly einsteigen. Eine Beteiligung der Briten an der Flugtochter des weltgrößten Reisekonzerns Tui stehe kurz bevor, berichtete das "Manager Magazin" vorab und berief sich dabei auf Informationen von Insidern. Die britische Fluglinie wolle damit verhindern, dass der Austritt ihres Heimatlands aus der Europäischen Union - dem sogenannten Brexit - ihrem Geschäft in Kontinentaleuropa in die Quere kommt.

Sprecher von Tui und Tuifly wollten den Bericht nicht kommentieren. Bei Easyjet war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Easyjet-Chefin Carolyn McCall hatte noch vor wenigen Monaten betont, dass ihr Unternehmen an einer Übernahme anderer Fluggesellschaften nicht interessiert sei. Dann jedoch kam die Brexit-Entscheidung der Briten. Dies dürfte die Managerin umgestimmt haben, mutmaßt die Zeitschrift.

Nicht die einzige neue Alianz

Ein Bündnis von Easyjet mit Tuifly wäre voraussichtlich nicht die einzige neue Allianz in der deutschen Luftfahrtbranche. Der Lufthansa-Aufsichtsrat will einem Pressebericht zufolge in der kommenden Woche entscheiden, ob der Konzern rund 40 Maschinen samt Personal von Air Berlin übernimmt oder mietet. Auch die schon länger diskutierte Komplettübernahme der belgischen Lufthansa-Beteiligung Brussels Airlines soll früheren Angaben zufolge im Aufsichtsrat auf die Tagesordnung kommen.

© AirTeamImages.com, TT Lesen Sie auch: Deal zwischen Lufthansa und Air Berlin rückt immer näher

Für Air Berlin geht es bei dem Deal um eine Atempause nach mehreren herben Verlustjahren. Easyjet dürfte bei einem Zusammengehen mit Tuifly hingegen vor allem die Flugrechte im Auge haben. Tuifly mit Sitz in Hannover könnte dem britischen Billigflieger das Recht für Flüge innerhalb der EU sichern für den Fall, dass Großbritannien mit dem EU-Austritt auch aus dem Luftverkehrs-Binnenmarkt der Europäischen Union herausfällt.

Tuifly unterhält 41 Flugzeuge, davon sind 14 derzeit samt Personal langfristig an Air Berlin vermietet. Easyjet ist als zweitgrößter Billigflieger Europas mit einer Flotte von mehr als 250 Flugzeugen deutlich größer.

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni war der Umsatz von Easyjet trotz gestiegener Passagierzahlen und besser gefüllter Maschinen mit 1,2 Milliarden britischen Pfund (1,4 Milliarden Euro) um 2,6 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. Als einer der Gründe dafür wurde der Brexit genannt.

© Easyjet, Lesen Sie auch: Easyjet erwägt nach Brexit eine EU-Lizenz

Von: dpa-AFX, gk
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