Air Berlin: Wohl Verdacht der Insolvenzverschleppung

19.02.2018 - 14:01 0 Kommentare

PwC-Prüfer sind in den Air-Berlin-Büchern offenbar erneut auf Unregelmäßigkeiten gestoßen. Laut eines Medienberichts steht nun der Verdacht der Insolvenzverschleppung im Raum.

Leitwerk einer Air-Berlin-Maschine. - © © dpa -

Leitwerk einer Air-Berlin-Maschine. © dpa

Wirtschaftsprüfer haben laut eines Berichts Anhaltspunkte für eine mögliche Insolvenzverschleppung bei Air Berlin gefunden. Experten der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) seien bei der Prüfung der Bücher auf Unregelmäßigkeiten gestoßen, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Konkret geht es um die ehemalige Wartungstochter Air Berlin Technik. PwC würde dort im Auftrag von Insolvenzverwalter Lucas Flöther handeln. Bereits in einem Insolvenzbericht von Ende Januar seien mögliche Haftungsansprüche gegen Geschäftsführer wegen eines verspäteten Insolvenzantrags explizit festgehalten, heißt es in dem Bericht. Air Berlin Technik ist mittlerweile an Zeitfracht und Nayak verkauft.

Streit über Zeitpunkt der Ad-hoc-Mitteilung

Air Berlin hatte Mitte August vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Wegen eines sofortigen Millionenkredits der Bundesregierung entzog das Luftfahrt-Bundesamt am 15. August (Dienstag) der Airline nicht die Lizenz und Air Berlin konnte weiter fliegen.

Interne Mails von Staatssekretären verschiedener Ministerien, aus denen jüngst die "Süddeutsche Zeitung" zitierte, zeigen, dass sich Bundesbeamte bereits am Wochenende vorher konkret mit den Folgen einer Insolvenz befasst hatten. Im Zuge dessen kommt von bisherigen Aktionären immer wieder der Vorwurf auf, dass die am 15. August vom Unternehmen verschickte börsenpflichtige Ad-hoc-Mitteilung zu spät gekommen war.

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Medien: Bund stimmte sich frühzeitig mit Lufthansa ab

Von: cs
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