Medien: Staat könnte bei Alitalia einsteigen

18.06.2018 - 16:12 0 Kommentare

Italiens populistische Regierung könnte 25 Prozent des insolventen National-Carriers Alitalia kaufen, berichten Medien. Die Gespräche mit den Kaufinteressenten Lufthansa und Easyjet liegen dagegen auf Eis.

Maschine von Alitalia im Hangar. - © © Alitalia -

Maschine von Alitalia im Hangar. © Alitalia

Über die insolvente Fluggesellschaft Alitalia könnte schon bald eine politische Entscheidung fallen. Die neue italienische Regierung stehe kurz vor einem Beschluss, berichtet das Portal ch-aviation unter Berufung auf die italienische Zeitung "Il Messagero".

Zur Diskussion stehe der Erwerb von 25 Prozent der Anteile durch den Staat. So könne der Verkauf der Fluggesellschaft an ausländische Investoren verhindert werden. Denn mit dieser Sperrminorität hätte die Regierung die Möglichkeit, einschneidende Restrukturierungsmaßnahmen eines Käufers zu verhindern.

Innenminister Matteo Salvini, der Chef der rechtspopulistischen Lega, hatte sich bereits vor kurzem für einen Einstieg des Staates ausgesprochen bei Alitalia ausgesprochen. Man wolle die nationale Fluggesellschaft keinesfalls in kleinen Häppchen verkaufen und brauche sie als "starkes Zeichen" für den Tourismus im Land - "wenn nötig auch durch staatlichem Eingriff".

© salvinipremier.it, Lesen Sie auch: Italiens Rechte wollen nationale Alitalia-Lösung

Außerdem könnte die Regierung personelle Veränderungen an der Spitze der Fluggesellschaft vornehmen. Seit der Insolvenz im Mai 2017 untersteht Alitalia drei staatlichen Sonderverwaltern. Wie der "Corriere della Sera" berichtet, plane die neue Regierung, einen oder mehrere der Kommissare auswechseln. Daran sei vor allem die Spitze der Fünf-Sterne-Bewegung interessiert, heißt es unter Berufung auf Unternehmensquellen.

Laut dem Bericht sind die Gespräche mit den ausländischen Kaufinteressenten zuletzt zum Erliegen gekommen. Lufthansa und Easyjet hätten bislang keinen Kontakt zur neuen Regierung gehabt.

Die Vorgängerregierung hatte im letzten Jahr ein Verkaufsverfahren eingeleitet. Zuletzt hatten drei ausländische Unternehmen Interesse angemeldet, Teile der italienischen Fluggesellschaft zu übernehmen. Dazu zählt neben der Lufthansa Group und Easyjet laut Medienberichten der ungarische Low-Cost-Carrier Wizz Air.

Die Entscheidung über den Verkauf wurde jedoch im Mai nochmals um sechs Monate auf Ende Oktober verschoben. Gleichzeitig verlängerte die alte Regierung ihren Überbrückungskredit für die Airline bis Dezember.

Von: pra
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