Medien: Behörde sorgt für lange Kontrollen in Düsseldorf

02.11.2018 - 07:39 0 Kommentare

An den Passagierkontrollen am Flughafen Düsseldorf kommt es erneut zu langen Schlagen. Laut eines Berichts ist dafür die Bundespolizei verantwortlich, die zu wenig Personal plante.

Wartende am Flughafen Düsseldorf. - © © privat -

Wartende am Flughafen Düsseldorf. © privat

Die Bundespolizei hat sich bei der Prognose am Flughafen Düsseldorf offenbar verschätzt. Wie die "Rheinische Post" berichtet, habe einer der Behördenmitarbeiter den Personalbedarf für den Feiertag fälschlicherweise nach unten korrigiert. An Allerheiligen hätten die Passagiere teilweise mehr als 30 Minuten warten müssen.

Eine Software berechnet normalerweise auf Basis der gemeldeten Passagierzahlen den Personalbedarf an den Sicherheitsschleusen. Dem Mitarbeiter der Bundespolizei sei die Personalzahl allerdings im Vergleich zu vergangenen Jahren sehr hoch vorgekommen, zitiert die Zeitung Jörg Bittner von der Bundespolizei. Daraufhin habe er die Zahl manuell nach unten korrigiert.

Airport vermutete zunächst Darstellungsfehler

Nach Informationen des Kölner "Express" mussten die Reisenden rund eineinhalb Stunden warten. Ein Flughafensprecher bestätigt zwar "vereinzelt lange Wartezeiten", stellt aber die 84 Minuten gegenüber airliners.de infrage: "Hier deutet derzeit alles auf einen Darstellungsfehler auf den Monitoren hin", sagte er noch am Morgen.

In den zurückliegenden Wochen hatte sich dieser Wert in nahezu allen Fällen auf "weniger als 15 Minuten" eingependelt, heißt es vom Airport. Dass es nun wohl doch wieder zu langen Wartezeiten gekommen ist, lastet die Zeitung nicht dem Dienstleister Kötter an. Dieser ist am NRW-Airport für dich Sicherheitskontrollen zuständig und war wegen Fehlplanungen beim Personal im Herbst 2017 häufiger in die Schlagzeilen geraten.

ARC unterstützt Bundespolizei

Unterstützend kommen in Düsseldorf daher die Aachener Datenspezialisten vom Airport Research Center (ARC) zum Einsatz. Diese bündeln die bislang händisch gesammelten Datensätze zum Passagieraufkommen von den Airlines und melden den daraus zu erwartenden Personalbedarf der Bundespolizei. Die wiederum fordert auf Grundlage des errechneten Kontrollstundenbedarfs eine jeweilige Anzahl an Sicherheitsassistenten beim Dienstleister an.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: So hat Düsseldorf im Sommer die Passagierkontrollen verbessert

Die Sicherheitskontrollen an deutschen Airports gerieten in diesem Sommer zusehends in die Schlagzeilen: Zum Teil stundenlang mussten Passagiere an großen Flughäfen wie Frankfurt, München oder Berlin-Tegel an den Spuren warten und verpassten ihre Flüge. Eine Reisende klagt bereits auf Entschädigung.

Der BDL nennt die Kontrollen "Wachstumsbremse". Die Flughäfen pochen ihrerseits darauf, dass die Bundesregierung - wie im Koalitionsvertrag vereinbart - die Kontrollen verändert und den Airports mehr Befugnisse gibt.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: "Große Airports wollen Verantwortung übernehmen" Interview mit ADV-Präsident Schulte

Von: cs
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